Heinrich Güntner erklärt AWO-Senioren Rabattverträge in Apotheken
Gute Idee verwirrend umgesetzt

Lokales
Floß
21.11.2015
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Apotheker Heinrich Güntner klärte die Senioren der Arbeiterwohlfahrt am Donnerstag im Gasthaus " Weißes Rößl" über Rabattverträge auf. "Ist das ein gesundheitspolitisches Allheilmittel oder eine Zumutung für den Patienten?"

Bei dem typischen roten Rezeptformular mache das "Aut-idem Kästchen" für Verordnungen einen Unterschied. Die Gesundheitsreform 2007 habe die Rabattverträge gestärkt. Vertragspartner seien die Krankenkassen und Pharmahersteller. Allerdings hielten sie Einsparungen geheim.

Mehrarbeit

Apotheker Güntner hatte über zwölf Packungen Medikamente mitgebracht und vorgeführt, wie diese und die Entgelte gegeneinander ausgetauscht werden. Dass die Rabattverträge erheblichen Mehraufwand in den Apotheken erzeugen, erläuterte der Vortrag ebenfalls. Trotz der Mehrarbeit bleibe die Vergütung gleich, weil die Arzneimittelverordnung für verschreibungspflichtige Arzneimittel einer Preisbindung unterliege.

Die Rabattverträge seien vom Grundgedanken her sinnvoll, doch verwirre die Zahlungsregelung die Patienten, betonte der Referent. Es handle sich um neue Wege der Kassen, Ausgaben einzudämmen.

Güntner forderte die Erfüllung der Grundvoraussetzungen bei Rabattverträgen durch rechtzeitige Information der Krankenkassen. Zudem müssten Hersteller jederzeit lieferfähig sein. Ebenso müsse ein Übergang zwischen auslaufenden und neuen Rabattverträgen flexibel sein. Daneben sprach Güntner die Neuregelung der Zuzahlung an. Dabei sei der Arzneimittelpreis entscheidend. Die Selbstbeteiligung betrage generell zehn Prozent, mindestens aber fünf Euro, der Höchstbetrag sei zehn Euro. Rezeptfreie Medizin sei grundsätzlich aus der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse ausgeschlossen, doch auch hier gebe es Ausnahmen.

"Geschäftemacherei"

Die Preise für rezeptfreie Arzneimittel sind seit 2004 freigegeben. Bei den Zuhörern hatte sich danach der Eindruck verfestigt, dass es eigentlich nur eine Geschäftemacherei der Krankenkassen sei, die ausschließlich zulasten des Patienten gehe.
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