Holzernte in trockenen Tüchern

Lokales
Floß
14.08.2015
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Die Hitze hat auch seine guten Seiten. Ohne sie hätte es eine so reibungslose Holzernte im gemeindlichen Wald nicht gegeben.

Wie wertvoll sich ein vertrauensvolles Verhältnis und eine gute Zusammenarbeit auswirken, zeigte die Informationsveranstaltung für Privatwaldbesitzer durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Vertreten waren die Landwirtschaftsschule, die Waldbesitzervereinigung Floß und Umgebung, die Kommune und das Forstunternehmen.

Windwurfrisiko

Forstoberinspektor Sebastian Höllerer hatte sich als zuständiger Revierleiter von Floß ein Herz gefasst, Verantwortung übernommen und gehandelt. Sein Tätigkeitsfeld ist auch die Gemeindewaldung, eine Fläche von nahezu 100 Hektar. Die Abteilung "Bärenlohe" gehört mit einer Fläche von 18 Hektar zu den größten Waldflächen des Kommunalwaldes.

Dem Revierleiter ist aus eigener Erfahrung bekannt, dass große Bereiche des "Bärenweihers" durch mineralische Nassböden gekennzeichnet sind, auf denen ein ganzjähriger Wasserüberschuss vorhanden ist. Dies hat zur Folge, dass Bäume wie Fichte oder Kiefer nur sehr flachgründige Wurzeln bilden und das Windwurfrisiko extrem hoch ist. Das ist auch der Grund, weshalb es im Bereich der "Bärenlohe" in der Vergangenheit immer wieder zu erhöhten Windwurf- und Käferkalamitäten gekommen sei.

Die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen machte allerdings eine planmäßige Holzernte möglich, eine Seltenheit. Das geschah im Verbund mit der Flosser Waldbesitzervereinigung und Geschäftsführer Michael Bock, dem die Verhältnisse in der Waldabteilung "Bärenweiher" bekannt sind.

Maschinen im Einsatz

Was zu keiner Zeit bisher möglich war, konnte umgesetzt werden: der Einsatz und das Befahren der Waldböden durch Holzerntemaschinen. Für Höllerer war es wichtig, dass durch die Maschineneinsätze der Boden bestmöglich geschont wird. Harvester und Rückezug wurden mit speziellen Moorbändern ausgerüstet. Äste und Kronen der gefällten Bäume wurden als sogenannte Reisigmatratze auf die Fahrspur der Maschinen gelegt.

Sowohl Revierleiter Höllerer als auch Geschäftsführer Bock betonten, dass eine Ernte auf einer Fläche, die sonst das ganze Jahr über nur mit Gummistiefeln betreten werden kann, nur mit Maschineneinsatz möglich sei. Immerhin konnten in wenigen Tagen über 200 Festmeter Holz ohne Bodenverwundung aus dem Bestand gebracht werden. Der Staatsforstverwaltung ist es zu danken, dass die ausgebauten Waldwirtschaftswege benutzt werden konnten. Eine Grundvoraussetzung für den Einsatz der schweren Maschinen.

Es kam nicht von ungefähr, wenn an die frühere Zeit erinnert wurde, wo Holzrücken nur mit Pferd oder mit Seilkran möglich war. Heute sollte das der Vergangenheit angehören. Allerdings ist Voraussetzung dafür, dass entweder starker Frost oder extreme Trockenheit vorherrschen, um eine optimale Ernte vornehmen zu können. Höllerer teilte mit, dass im Herbst auf der bewirtschafteten Fläche Tannen, Schwarzerlen und Eichen gepflanzt werden. Die Pflanzen kommen besonders gut mit den nassen Böden zurecht.
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