Immer mehr wie im Museum

Es ist alt, das Turmuhrwerk im Pflegeschloss. Sehr alt. Aber es läuft wieder - für drei Stunden. Darüber freuen sich (von links) 2. Bürgermeister Oliver Mutterer, Armin Betz, Bernd Schnappauf, Bürgermeister Günter Stich, Alfons Lehner, Inge Langer, der Vorsitzende des Arbeitskreises "Heimatmuseum Flosser Amt" Erich Schieder, Gerd Lindner, Heinrich Güntner, die Leiterin des Heimatmuseums Karin Pausch und Robert Lindner. Bild: Lehner
Lokales
Floß
27.11.2015
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Die wechselvolle Geschichte des von Pfalzgraf Christian August von Sulzbach in den Jahren 1671 bis 1673 erbauten "fürstlichen Neugebäu " (Altes Pflegschloss), eines der ältesten Gebäude im Markt, setzt sich fort. Es soll als Heimatmuseum ausgewiesen werden.

Erste Ansätze gibt es. Der Arbeitskreis "Heimatmuseum Flosser Amt" hat dafür in seiner Sitzung unter Vorsitzendem Erich Schieder Zeichen gesetzt. Möglich ist dies, nachdem l975 das neue Rathaus, unmittelbar am Pflegschloss gelegen, errichtet wurde. Zudem war das Haus zuletzt von Mietern bewohnt und die gemeindliche Musikschule dort untergebracht. Auch der gemischte Chor des Liederkranzes 1862 Floß hat in diesem denkmalgeschützten Gebäude seit nahezu zwei Jahrzehnte ein festes Zuhause gefunden.

Schon im Mai 2014 gab es im Arbeitskreis ernste Überlegungen, das Erdgeschoss neben einem Trauungszimmer (früherer großer Sitzungssaal) mit Empfangsraum (frühes Standesamtszimmer und kleiner Sitzungssaal ) für Wechselausstellungen zu verwenden. Konkret ging es zunächst um die Ausstattung des Eingangsbereiches, der früheren Gemeindekanzlei und der Kämmerei.

Harmonium und Pflug

In bisher drei Zusammenkünften haben Vorsitzender Erich Schieder, Bürgermeister Günter Stich und die neue Leiterin des Heimatmuseums Karin Pausch sowie deren Vorgängerin Inge Langer abgewogen, wie die vorhandenen Räume künftig gestalten werden sollen. Im barrierefreien Eingangsbereich zum Pflegschloss (Südseite) wurde das aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammende Turmuhrwerk des evangelischen Kirchturmes aufgestellt. Obendrein zieren ein älteres Harmonium aus der katholischen Herz-Jesu-Anstalt sowie ein hölzener Ackerpflug aus dem vorigen Jahrhundert den Eingang. Dazu könnten ein Hochzeitgewand für Braut und Bräutigam aus den 1920er Jahren und alte Hochzeitsbilder kommen.

Schnell einigte sich der Arbeitskreis nach einem Vortrag von Bürgermeister Günter Stich und auf Basis eines Angebots über 1100 Euro, das alte Uhrwerk zu reparieren. Als wertvoll hat sich die Einschaltung eines Uhrmachermeisters aus Weiden erwiesen.

Sitzungstisch mit Samt

Ebenfalls angeschafft werden neue Vorhänge. Das neugestaltete Trauungszimmer gefiel. Darin sind Bildnisse des Erbauers des neuen Floß nach dem Großbrand 1813, Karl Reisner Freiherr-von-Lichtenstern, zu sehen. Auch der mit grünem Samt überzogene Sitzungstisch aus Eiche sowie der aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammende grüne Kachelofen und ein Klavierflügel passen gut in den Raum.

Auch über die Ausstattung der anderen Räume machten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Gedanken. Dabei waren sie sich einig, dass der bisherige Chorraum für den gemischten Chor des Liederkranzes 1862 Floß beibehalten werden soll.

Allerdings ist an die Einrichtung einer Bauernstube ebenso gedacht wie an die Präsentation der heimischen Wirtschaft und des Handwerks - womöglich gar in Wechselausstellungen. Entsprechendes Material wäre vorhanden, wissen Karin Pausch und Inge Langer. So sollen der Bevölkerung stetig Heimatgeschichte, Kultur, Brauchtum und Tradition präsentiert werden können.
1 Kommentar
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Hans Fröhlich aus Floß | 06.02.2016 | 22:37  
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