Lob für engagierte Frauen

Pfarrerin Lisa Weniger (links) und stellvertretende Vorsitzende Christa Riedel (Dritte von links) ehrten langjährige Mitglieder des Evangelischen Frauenbunds. Bild: le
Lokales
Floß
04.02.2015
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Der Frauenbund ist eine lebendige Zelle im kirchlichen Leben der evangelischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptista. Das machte er in der Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus deutlich.

Weil Vorsitzende Elisabeth Market durch einen Todesfall in der Familie verhindert war, leitete Stellvertreterin Christa Riedel die Zusammenkunft. Schriftführerin Helga Wittmann-Behr rief die Veranstaltungen des vergangenen Jahres in Erinnerung. Dazu zeigte Riedel Fotos. Das Programm reichte vom Faschingskochen mit Roswitha Scheidler über den Weltgebetstag, das Osterfrühstück, eine Wanderung zur Radlerhütte bis hin zum Flohmarktstand beim Bürgerfest.

Der Gedankenaustausch mit den Vorständen von Flossenbürg und Vohenstrauß soll fortgesetzt werden, informierte die stellvertretende Vorsitzende. Eindrucksvoll war für die Frauen der Besuch der Moschee in Weiden, und auch das Frauenfrühstück im Gut Plankenhammer kam laut Wittmann-Behr gut an. Die Einnahmen und Ausgaben des Frauenbunds erläuterte Kassiererin Ulrike Opitz. Die Auszeichnung langjähriger Mitglieder durch Riedel und Pfarrerin Lisa Weniger war der Höhepunkt. Ehrenurkunde und Geschenk erhielt für zehn Jahre Treue Gerlinde Rieder, für 20 Jahre Erna Eismann, Herta Lindenberg, Elisabeth Market, Silke Scherm, Gerda Schwienbacher, Helke Sommer und Sigrid Strobel. 25 Jahre sind Heidi Bär, Gisela Kreisel, Gertrud Meier und Margit Plödt dabei, 30 Jahre Emma Bergler, Erna Niekrawitz sowie Liselotte Wagner.

"Ich bin begeistert, wie lebendig der Frauenbund in der Kirchengemeinde mitwirkt und seine Aufgaben und Ziele zu erfüllen weiß." Dieses Kompliment der Geschäftsführerin des Landesverbandes Bayern im Deutschen Evangelischen Frauenbund, Katharina Geiger, machte die Mitglieder stolz. Der Gast aus München befasste sich mit dem Thema: "Darstellung älterer Menschen im Fernsehen: Abbild, Zerrbild, Wunschbild." Ältere Menschen - und erst recht Frauen über 65 - seien auf dem Bildschirm unterrepräsentiert, kritisierte die Referentin. Männliche Rentner seien im deutschen Fernsehen rund dreimal häufiger zu sehen als weibliche. In Talkshows kämen oft männliche ältere Experten zu Wort, viel zu selten hingegen ältere Expertinnen.

Wenn in Informationssendungen über Ältere berichtet werde, dann würden sie überwiegend als passiv Leidende, die nicht mehr aktiv am Leben teilhaben, gezeigt. "Und wenn dann doch in deutschen Fernsehfilmen ältere Frauen auftauchen, werden sie immer noch überwiegend stereotyp dargestellt", monierte die Referentin. "Meist werden ältere Frauen mit einer Jüngeren betrogen, oder sie spielen die treusorgende Mutter, die die Familie zusammenhält oder das Familienunternehmen rettet." Falls den Zuschauerinnen diese Darstellung nicht passe, bleibe neben dem Aus- oder Umschalten nur eins: sich beim Sender zu beschweren. Geiger ermutigte die Zuhörerinnen, den Sendern schriftlich mitzuteilen, was ihnen nicht gefällt.

Die Referentin beendete ihren Vortrag mit einem Zitat von Joachim Fuchsberger: "Ich denke, es ist an der Zeit, dass sich die Alten ihre faltige Haut nicht länger über die Ohren ziehen lassen."
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