Pfarrerin Lisa Weniger erzählt interessantes Stück Geschichte der Evangelischen Gemeinde Floß
Frühstück mit Geschichtsstunde

Aufmerksame Zuhörerinnen fand Pfarrerin Lisa Weniger bei ihren Geschichten und Erzählungen über das Flosser Simultaneum beim Frauenfrühstück im "Weißen Rößl". Bild: le
Lokales
Floß
12.11.2015
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Das Frauenfrühstück des Evangelischen Frauenbundes im Gasthaus "Weißes Rößl" war gut besucht. Die zweite Vorsitzende Christa Riedel begrüßte 40 Frauen. Pfarrerin Lisa Weniger hatte einen Blick in die bewegte Geschichte der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannes-Baptista vorbereitet. Sie befasste sich in dem fesselnden Vortrag mit Geschichten und Episoden mit der Zeit des Simultaneums, das bis zum Neubau der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer im Jahre 1912 über 260 Jahre lang bestand.

Die Pfarrerin stützte sich auf die Aufzeichnungen des früheren Flosser Pfarrers Theodor Pfeiffer. Die handgeschriebene Chronik hatten Werner Bock, Rainer Japp und Gerd Lindner abgetippt. Geschichten aus dem Buch von Pfarrer Dr. Volker Wappmann waren ebenfalls Vorlage für den Vortrag.

Offiziell wurde das Simultaneum durch die Flosser Protestanten im Jahre 1654 eingeführt. Zur Zeit der Reformation fanden die Lehren Martin Luthers im Ort bald viele Anhänger. Gegen den Widerstand des Klosters Waldsassen verbreitete sich der evangelische Glaube immer mehr. 1543 führte der Herzog die neue lutherische Kirchenordnung ein und schaffte im gesamten Herzogtum den katholischen Glauben ab. Im 30-jährigen Krieg brach der Widerstand der Protestanten. 1627 kam der Befehl, dass sämtliche evangelische Pfarrer und Lehrer ihres Amtes enthoben, sowie innerhalb von sechs Monaten zum katholischen Glauben konvertieren oder auswandern sollten. Der evangelische Pfarrer Samuel Scheufelin musste deshalb das Pfarramt in Floß verlassen.

1649 führte Pfalzgraf Christian August von Sulzbach den Protestantismus wieder ein. So gingen auch in Floß Kirche und Schule an die Evangelischen zurück. Drei Jahre später ließ sich der auf Frieden bedachte Christian August auf den Vorschlag ein, in den Erb-Ämtern das Simultaneum einzuführen. Beide Konfessionen sollten zu ihrem Recht kommen und die Kirchen miteinander nutzen. Von da an wurden Kirche, Pfarrgrundstücke und Einkünfte der Pfarrer geteilt. Das Pfarrhaus ging durch Los an die Lutheraner, das kleinere Kaplan-Haus fiel hingegen an die Katholiken zur künftigen Nutzung als Pfarrhaus. Der Besitz sollte alle 60 Jahre wechseln.

In ihrem abschließenden Gebet hatte Pfarrerin Lisa Weniger Gott angerufen, die Kirchen zu Orten, an denen Gläubige Vergebung, Freude und die Kraft des Glaubens erfahren, zu machen.
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