Schlupflöcher schließen

Lokales
Floß
26.11.2015
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Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) fordert stärkere Investitionen der Arbeitgeber in die Ausbildung. Der DGB-Ausbildungsreport zeige, dass nur noch jeder fünfte Betrieb ausbilde, bemängelte Branchensekretär Karl Toth.

"Die Arbeitgeber sprechen von Fachkräftemangel, aber mit dieser Ausbildungspolitik schaufeln sie sich ihr eigenes Grab", sagte Todt zu den Kollegen im Gasthof "Weißes Rössl". Seit 40 Jahren gäbe es am Bau die Ausbildungsumlage. Der Erfolg davon sei, dass die Ausbildungsquote um ein Viertel höher liege als im Durchschnitt aller Brachen. Auf gute Fachkräfte sei jeder Betrieb angewiesen, aber es gäbe sie nicht umsonst, hielt Toth fest. Die Ausbildungsumlage sei ein Erfolgsmodel und könne auch anderen Branchen als Blaupause dienen.

Ausbildung brauche auch Zeit, und mit einer Schmalspurvariante sei weder dem Nachwuchs, noch den Betrieben geholfen. Die Auszubildenden müssten an modernen Werkzeugen, Computern und Anlagen lernen.

Auch das Vergaberecht müsse soziale Standards stärken, lautet eine Forderung. Die IG Bau begrüße deshalb das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Vergabe öffentlicher Aufträge. Danach könne per Gesetz davon abhängig gemacht werden, dass ein Mindestlohn gezahlt werde. "Damit ist der Weg frei für ein Tariftreuegesetz auch auf Bundesebene", betonte der Gewerkschaftssekretär.

Der IG Bau fordere Bundes- und Landesregierung auf, die diskutierten Entwürfe eines neuen Vergaberechts so zu gestalten, dass mit den Steuergeldern sozialpolitisch verantwortlich umgegangen werde. Toth forderte aber auch, Schlupflöcher zu schließen und lange Subunternehmenketten einzudämmen. Diese dienten gerade am Bau zur Verschleierung von Lohndumping.
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