Stress und Hektik in Maßen

Lokales
Floß
31.01.2015
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Beim wirtschaftlichen Neujahrsempfang der Raiffeisenbank im evangelischen Gemeindehaus sorgte der Vortrag von Pater Dr. Anselm Grün für Aufmerksamkeit, aber auch für nachdenkliche Gesichter.

"Führen mit Werten" war sein Referat überschrieben, das nicht nur für Führungskräfte gedacht war. Der Ordensmann beleuchtete das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Welt der Finanzen blieb hingegen außen vor. Mehr als 150 Gäste - darunter Hausherrin Pfarrerin Lisa Weniger, Landtagsabgeordnete Annette Karl und viele Bürgermeister - wollten einen Mann hören, dessen Bücher und Vorträge längst zum Selbstläufer geworden sind. Raiffeisendirektor Jürgen Schnappauf nahm darauf Rücksicht und fasste sich in der Begrüßung kurz.

Der Benediktiner ließ gleich zu Beginn keinen Zweifel daran, dass sich Wertschätzung und Wertschöpfung nicht gegenseitig ausschließen: "Gut und nachhaltig funktionieren kann das nur, wenn wir unser Leben nach den richtigen Werten ausrichten und sie mit unserem Handeln achten." Das in einem Unternehmen zu beachten, vermeide Reibungsverluste: "Denn das sind Nachteile, die sich richtig schmerzhaft bemerkbar machen. Auch eines sollten Sie nicht vergessen: Auch Ihre Kunden wissen den richtigen Umgang mit Werten zu schätzen."

Chancen nicht nachtrauern

Nicht immer laufe alles glatt. Dann brauche es Tapferkeit und den Mut, zu akzeptieren, verletzt zu werden. Eine wichtige Rolle komme dem passenden Maß zu: "Rund um die Uhr Stress und Hektik, das kann nicht gut gehen. Es liegt an uns selbst, das richtige Maß zu finden. Schließen Sie die Tür der Arbeit, wenn sie daheim die Haustür aufsperren. Sie werden schnell merken, wie schön und angenehm Zeit sein kann", empfahl der Benediktiner.

Und Klugheit sei bei Entscheidungen unverzichtbar: Man müsse sich aber bewusst machen, dass es keine absolut richtige Entscheidungen gebe. "Wer zu lange sucht und sich alle Türen offen halten will, kann schnell vor einem verschlossenen Tor stehen." Verpassten Chancen nachzutrauern, raube einen Großteil der eigenen Energie. Breiten Raum widmete der Mönch aus Münsterschwarzach bei Würzburg den christlichen Werten Glaube, Hoffnung und Liebe .

Grün verband damit die Forderung, eine aus dem Herzen kommende Sprache nicht zu unterschätzen: "Reden wir nur oder sprechen wir miteinander? Das sollten wir uns öfter fragen." Eine kalte und nüchterne Businesssprache trage jedenfalls nicht zum guten Miteinander bei. Auch könne man ohne Hoffnung keine Firma leiten. "Ohne sie wird das Leben zur Hölle. Mit Zweckoptimismus darf das aber nicht verwechselt werden."

Liebe und Aufgeschlossenheit wertete der Pater als unverzichtbare Quelle für Kraft und Energie. Auftanken und Ballast über Bord werfen, das funktioniere in Phasen der Ruhe und der Meditation: "Beim Führen geht es um Menschen und um christliche Grundwerte. Ich will Sie nicht belehren: Entdecken Sie aber die Lust daran, die Ihnen vorgestellten Werte auch tatsächlich zu leben", riet er den Zuhörern.

Spende für Projekt

Direktor Josef Völkl kleidete die Gedanken der Gäste aus dem Bereich der Gewerbes, des Handwerks, des Handels, der Landwirtschaft, Behörden, Genossenschaften, Vereine, Verbände und Schulen in Worte: "Ihr Referat berührt und löst hoffentlich Impulse aus. Es lohnt sich, darüber intensiv nachzudenken." Bei nachträglichen Glückwünschen zum 70. Geburtstag von Pater Grün beließ es Völkl nicht. Er verband sie mit einer Geldspende für ein Hilfsprojekt für behinderte Kinder, das dem Redner am Herzen liegt. (Zitate )
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