Vergnügliches Kopfkino

Büchereileiterin Gisela Kreisel dankte Christa Vogl (rechts) für den vergnüglichen Abend. Die Autorin hatte aus ihrem neuen Buch "Ein Funken Wahrheit" gelesen. Bild: mic
Lokales
Floß
21.11.2015
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Schon nach wenigen Sekunden gluckste es in den Reihen. Hinter vorgehaltener Hand versuchten die Zuhörer zunächst nur leise zu kichern, doch dieses Vorhaben scheiterte kläglich. Immer wieder erfüllte schallendes Gelächter die Marktbücherei.

Für die vielen fröhlichen Gesichter war Christa Vogl verantwortlich. Die Autorin aus Guttenberg, einem Dorf zwischen Erbendorf und Kemnath, stellte in der Flosser Bücherei ihr neues Buch "Ein Funken Wahrheit", erschienen im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz vor. Die 52-Jährige schaffte es, ganz banale Alltagsbeobachtungen in herrlich satirische Geschichten zu packen.

Alltagserlebnisse

"So habe ich das auch schon erlebt", bescheinigten viele im Publikum der Schriftstellerin. Vor allem die Frauen schmunzelten über den "Struuz" Milch oder das "Bröckerl" Hefe in Omas Backrezept für Buchteln. Mengenangaben, die sich nur schwer in Gramm oder Milliliter fassen lassen, brachten die Enkelin an den Rand der Verzweiflung. Mitleid bekamen die Zuhörer, als die Autorin die Geschichte eines Spamfilters vortrug, der sich in ihre Toilette schleicht, um sich einmal ordentlich "auszukotzen". Erst vor sechs Jahren entdeckte die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin ihre Liebe zum Schreiben. Ein Schreibwettbewerb der OWZ hatte sie zu ihrer ersten Kurzgeschichte animiert. Den Zuhörern war sofort klar, warum Vogl damals mit "Mein schönstes Urlaubserlebnis" punkten konnte. Mit bildhafter Sprache erzeugt die 52-Jährige in all ihren Geschichten Kopfkino beim Leser und auch bei den Zuhörern. Etwa, wenn sie die Kaffeemaschine gluckern lässt oder nach einem schlechten Traum schweißgebadet in ihrem Bett wieder aufwacht.

Nicht alles selbst erlebt

Christa Vogl schreibt über alles, was ihr in den Sinn kommt. "Ich habe nicht alles selbst erlebt", erklärt sie in der Pause. "Auch wenn alle Geschichten in der Ich-Form verfasst sind." In vielen würde aber dennoch "ein Funken Wahrheit" stecken, wie der Buchtitel schon verspricht. Büchereileiterin Gisela Kreisel dankte der Schriftstellerin mit einem Präsent für den vergnüglichen Abend.
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