"Windräder schaden dem Revier" - Jagdgenossenschaft Grafenreuth bangt um Landschaftsschutzgebiet
Jagdpächter droht mit Kündigung

Lokales
Floß
23.01.2015
32
0
Der geplante Bau einer Windkraftanlage "Am Forst" bereitet den Mitgliedern der Jagdgenossenschaft Grafenreuth Bauchschmerzen. Zusammen mit den Jagdpächtern waren sie in der Mitgliederversammlung beim "Sparrer-Wirt" in Letzau der Meinung, das Landschaftsschutzgebiet" zu erhalten.

Jagdvorsteher Gerd Löw berichtete über die Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaften im Bayerischen Bauernverband, bei der die afrikanische Schweinepest und die Bejagung von Schwarzwild angesprochen wurden. Bei Wildschäden sei auf den Verursacher zu achten, da bei Dachs und Biber kein Entschädigungsanspruch bestehe. Im Frühjahr 2015 soll ein neues Vegetationsgutachten erstellt werden. Zwischen Februar und April sind Begehungen mit den Pächtern geplant. Auch Jagdgenossen können daran teilnehmen. Wildschäden gab es nicht.

Massive Beeinträchtigung

"Wir haben den Abschussplan erfüllt", berichtete Jagdpächter Tobias Labbert. Derzeit seien keine Wildschweine zu sehen. Ein Wildschaden sei einvernehmlich geregelt worden. Die radioaktive Strahlung beim erlegten Schwarzwild habe unter den gesetzlichen Grenzwerten gelegen. Labbert stellte klar, dass eine Windkraftanlage eine massive Beeinträchtigungen im Revier sein könne. Dann sei man nicht mehr bereit, Jagdpacht zu bezahlen. Auch die Beendigung des Jagdpachtverhältnisses mochte er nicht ausschließen. Über die Finanzen informierte Kassenführer Gerhard Bär. Karl Einweg und Kurt Gollwitzer bestätigten Bärs Arbeit.

Ein Jagdgenosse wollte wissen, wie sich die Genossenschaft gegenüber der Wertminderung des Reviers durch eine Windkraftanlagen verhalten werden. Er gab zu bedenken, dass die Jagdpacht nach dem Bau von Windrädern auf Null absinken werde. Die Bestimmungen des Bayerischen und des Bundesjagdgesetzes würden konträr zu den geplanten Windkraftanlagen stehen. Deshalb schlug er vor, dass der Jagdvorsteher den Marktrat über die Meinungen der Jagdgenossen informieren solle. Zwölf Mitglieder stimmten dafür, dass am Forst der Status eines Landschaftsschutzgebiet erhalten bleiben soll, zwei waren für die Aufhebung.

Jagdpacht nicht auszahlen

Die Diskussion über die Wertminderung des Jagdreviers führte dazu, dass die Jagdpacht nicht ausbezahlt wird. Dafür stimmten zwölf Jagdgenossen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Die Gelder könnten für das Durchsetzen von Schadensersatzansprüchen gegen den Betreiber der Windkraftanlagen benötigt werden.

Die Jagdgenossenschaft unterstützt den Bauernverband mit dem Jahresbeitrag von 26 Euro, das Kaffeekränzchen der Frauen und die Flosser Landfrauen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.