"Wir sind Helden des Lebens"

"Wir sind Helden des Lebens", sang die von Pfarrerin Lisa Weniger angekündigte Pausenband mit Santtu Weniger, Oleg, Natalia und der Pfarrein selbst. Auf Finnisch, Deutsch, Englisch und Russisch hatten sie den Refrain parat. Bilder: gag
Lokales
Floß
14.07.2015
21
0
 
"Colt Seavers" begeisterte im Pfarrgarten mit Countryrock. Melodiös spielten Mack, Jack, Mad, Mike und T. H. Seavers selbstgeschriebenen Songs.

Gleich drei Bands hatten zugesagt, als sie die Meldung in der Zeitung gelesen hatten: Der Arbeitskreis Asyl und die Flosser Bevölkerung plane einen Benefiz-Nachmittag im evangelischen Pfarrgarten. Der Erlös der Aktion sollte vor allem zur weiteren Finanzierung des Kirchenasyls eines Paares aus Weißrussland eingesetzt werden.

"Wyatt Earp" aus Flossenbürg mussten zwar kurzfristig krankheitsbedingt wieder absagen, das tat am Sonntag der guten Biergartenstimmung unter den Bäumen im Pfarrgarten keinen Abbruch. Umso mehr legten sich "Colt Seavers" aus Neuhaus und "Rising Storm" aus Neustadt ins Zeug.

Russisch, syrisch, deutsch

Zum Auftakt gab es um 15 Uhr selbstgebackenen Kuchen aus verschiedenen Ländern. Deutsches, syrisches oder russisches Gebäck schmeckte den Gästen hervorragend, die gern dafür einen Obolus in die Spendenbox warfen. Unbefangen spielten die Mädchen und Buben der Flosser mit den Flüchtlingskindern, unterhielten sich die Einheimischen bei Kaffee und Kuchen rege mit den Asylsuchenden. Pünktlich um 17 Uhr begann die Band "Colt Seavers", freudig angekündigt durch Santtu Weniger.

Countryrock nennen sie ihren Musikstil, rockig und melodiös spielten Mack, Jack, Mad, Mike und T.H. Seavers, mit Bass, Gitarren, Percussion und Cowboyhüten ihre selbst geschriebenen Songs wie "Music", "This is what we are" oder "Welcome to the Show". Die Musiker hatten ihre Familien dabei, und ihre Kleinen tobten unbekümmert auf der Wiese, zusammen mit den anderen Kindern oder zupften an Papis Instrumenten.

Nach begeistertem Applaus lösten zwei Stunden später "Rising Storm" aus Neustadt und Umgebung die Neuhauser ab. Als "alte Hasen" im Rockmusikgeschäft - immerhin gibt es die Band seit 32 Jahren - präsentierten auch sie ihre selbst komponierten Songs. Auch sie waren, wie ihre Bandkollegen vorher, sofort begeistert von der Idee dieser Benefizveranstaltung und freuten sich, einen Beitrag zu leisten. Mit Blick auf den Friedhof und zum alten "Kellerhäusl" genossen die Festivalbesucher das Konzert. "Rising Storm" begann zuerst mit leiseren Tönen, besorgt, dass ihre Rockmusik zu laut wäre. Doch bald legten Stefan Puhane (Gesang), Martin Beutler (Bass), Karsten Fischer (Gitarre) und Buutz Richtmann (Schlagzeug) los und zauberten mit "Wirelands" oder "Love me or leave me" Rockfeeling in den Pfarrgarten. Mit einem langen Gitarrensolo begeisterte der Flosser Erich Forster bei "Me and you" das Publikum.

Pausenband

Als "Pausenband" kündigte Pfarrerin Lisa Weniger ihren Mann Santtu, zusammen mit den im Kirchenasyl wohnenden Oleg und Natalia, sich selbst und einige Mitsänger an. "Ich fühle mich wie damals in der Schülerband", feixte Santtu, der "noch nicht mal mit dem eigenen Bass" das selbst komponierte Friedenslied anstimmte. Auf Finnisch, Deutsch, Englisch und Russisch sangen sie "Wir sind alle Helden des Lebens".

Bis kurz vor der Dämmerung legten nochmals "Rising Storm" mit Blues und Rock nach. Die fröhliche und angeregte Unterhaltung dauerte bis spät in den Abend.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13790)Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.