Bürgerversammlung in Floß
Mehr Einwohner, mehr Löcher

Viele Straßen in Floß sind nur noch Flickwerk. Löcher im Asphalt finden sich nicht nur am "Oberen Berg". Bild: mic
Politik
Floß
18.02.2016
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"Wer Hilfe braucht, ist willkommen." Bürgermeister Günter Stich ließ in der Bürgerversammlung keine Zweifel aufkommen. Bereits 2013, als der Markt die ersten Asylbewerber aufgenommen habe, seien sich alle Fraktionen im Marktrat einig gewesen, den Menschen Schutz, Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Derzeit leben 62 Flüchtlinge und Asylsuchende in 5 verschiedenen Häusern in Floß. "Das entspricht 1,89 Prozent der Bevölkerung", informierte der Rathauschef. "Die Kinder besuchen die Schule und die Kindergärten, spielen Fußball beim SV und turnen beim TV. Manche Asylbewerber leisten gemeinnützige Arbeitsstunden im Seniorenheim oder bei der Gemeinde, andere haben bereits einen Job."

Dank für Engagement


Vieles sei ohne er Hilfe engagierter Ehrenamtlicher nicht möglich gewesen. Stich lobte ausdrücklich den vorbildlichen Einsatz der Helfer in Floß, die sich um Pfarrerin Lisa Weniger, Pfarrer Thomas Richthammer, Eli Dreßler, Rita Rosner, Rosemarie Fleischer, Elisabeth Lehner und Hans Eismann scharen. Der Bürgermeister gab die Bitte des Arbeitskreises Asyl nach weiteren Unterstützern gerne weiter. "Vielleicht ist es möglich, den AK Asyl mit kleinen Dingen zu helfen", schlug Stich vor.

42 Zuhörer lauschten am Montag im Rathaussaal den Worten des Bürgermeisters, der nicht nur das Thema Asyl beleuchtete, sondern auf die Arbeit und die Entwicklung des Marktes 2015 zurückblickte. 3447 Einwohner waren zum 31. Dezember 2015 in Floß gemeldet. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr (3395) um 52 Einwohner leicht gestiegen. 47 Bürger sind 2015 verstorben (10 davon Heimbewohner). Den Sterbefällen stehen 29 Geburten gegenüber. Der Anstieg der Einwohner lässt sich auch auf die Flüchtlinge und Asylbewerber zurückzuführen. 65 lebten im Vorjahr in Floß. 173 Bürger zogen 2015 weg und 155 verließen den Markt.

Wengier Schulden


Sehr erfreulich habe sich die Gewerbesteuer entwickelt. 815 000 Euro (Vorjahr 689 000 Euro) sei ein neuer Rekord, freute sich der Bürgermeister. Die Einkommenssteuerbeteiligung lag bei 1,32 Millionen Euro, die Grundsteuer A bei 50 000 Euro und die Grundsteuer B bei 247 000 Euro. Die Schlüsselzuweisungen bleiben mit 1,15 Millionen Euro im Vergleich zu 2015 in etwa gleich. Die Kreisumlage stieg von 1,19 auf 1,24 Millionen Euro. Unverändert seit vielen Jahren sind die Abwassergebühren mit 3,08 Euro pro Kubikmeter. Der Wasserpreis steig von 1,56 auf 1,79 Euro. Der Schuldenstand des Markt sinkt seit 2011 (2,26 Millionen Euro) stetig. 2015 stand der Markt mit 1,72 Millionen Euro in der Kreide.

Anders als in der Bürgerversammlung 2015, als über 70 Interessenten gekommen waren und das Thema Windenergie die Gemüter erhitzte, verlief der Abend diesmal eher ruhig. Nur fünf Bürger hatten sich zu Wort gemeldet. Bernd Münchmeier forderte erneut, den Straßenzustand im Erlenweg zu prüfen. Bürgermeister Stich verwies auf den Haushalt 2016, in dem Mittel für den Straßenunterhalt eingeplant seien. Es sei aber schwierig, derartige Maßnahmen umzusetzen, ohne die Bürger durch die Straßenausbaubeitragssatzung zu belasten.

Anton Eismann ergänzte Münchmeiers den Bereich des Judenberges. Die Bergstraße und der Obere Berg seien in bedenklichem Zustand. Der Bürgermeister sprach den gesamten Judenberg an, der ein großes Problem darstelle. Auch an die Wasserleitungen und die Abwasserentsorgung müsse man denken. Eine großflächige Asphaltierung wäre wünschenswert, könne aber aus finanziellen Gründen nur stückweise erfolgen. In diesem Zusammenhang lobte Eismann die neue Brücke bei Niedernfloß. "Sie ist sehr schön geworden."

Winfried Stetter wollte den Sachstand des Ausbaus der Staatsstraße 2181 von Floß nach Plößberg wissen. Das Staatliche Bauamt habe bereits zugesagt, die Straße in mehreren Abschnitten zu ertüchtigen und teilweise auszubauen. Die Vermessungsarbeiten seien bereits erfolgt.

Baugebiete ausweisen


Jürgen Schnappauf erinnerte daran, wie wichtig es sei, neue Wohnbaugebiete im Markt auszuweisen. Andere Kommunen hatten bereits viele Baugebiete neu erschlossen. Stich verweist in diesem Zusammenhang auch auf die öffentliche Veranstaltung am 29. Februar in den "Flosser Stub'n", bei der die Umfrageergebnisse der Befragung der ISEK vorgestellt werden sollen. Kommunale Bauplätze zu erschließen und anbieten zu können, habe oberste Priorität, auch im Marktrat. Gespräche mit Grundstücksbesitzern sollen nun intensiv fortgesetzt werden. In diese Verhandlungen sollen auch die Erkenntnisse aus den Bemühungen um die städtebauliche Entwicklung mit einfließen.

Raser in der Plößberger StraßeAutofahrer, die viel zu schnell die Plößberger Straße hinunterbrausen, erregen die Gemüter der Anwohner. Bernhard Gerstl erinnerte an einen Verkehrsunfall vor einige Wochen, bei dem sich ein Kind verletzt hatte. Die Sichtverhältnisse der Ausfahrt vom Birkensteig seien sehr eingeschränkt. Gerstl bat die Kommune zu prüfen, ob es möglich sei, einen Spiegel wie am Luitpoldplatz anzubringen.

Bürgermeister Günter Stich gab Gerstl recht: "Die Geschwindigkeitssituation in der Plößberger Straße ist nach wie vor problematisch." Die Auswertungen der gemeindlichen Geschwindigkeitsmessungen mit dem "Smiley" zeigen dies aber nicht nur in der Plößberger Straße auf. Hier ist schlichtweg auch der Verkehrsteilnehmer gefordert.

Die Plößberger Straße steht alljährlich im Fokus von Verkehrsschauen. Eine große übergeordnete Besichtigung stehe im Frühjahr an. Die Hoffnungen auf einen Verkehrsspiegels bewertete Stich als sehr gering. Die Polizei und auch die Fachbehörden würden Spiegel grundsätzlich ablehnen. Begründung: zu wenig Sicherheit. (mic)
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