Marktrat Floß
Reiche Kirche, arme Gemeinde

Politik
Floß
16.07.2016
57
0

Das Erzbistum München ist mit einem Vermögen von fast sechs Milliarden das reichste in Deutschland. Die Regensburger Diözese verweigert Angaben über ihr Vermögen, dürfte aber wohl auch auf gesunden Beinen stehen. Braucht es dann noch freiwillige Leistungen von Gemeinden?

"Nein", meint Markus Staschewski, der in der Sitzung des Marktrats gegen Zuschüsse für die beiden Kirchen im Ort stimmte. Im Falle der evangelischen Kirchengemeinde ging es um 500 Euro für zwei Kesselpauken (3800 Euro), die vom Kirchenchor, den Kirchenspatzen, der Arche Musica und dem Posaunenchor genutzt werden. "Wer mich kennt, weiß, dass ich seit Jahrzehnten in der katholischen Kirche engagiert bin und meine Frau im Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde aktiv ist", schickte der SPD-Marktrat seiner Stellungnahme voraus.

Der Gemeinde stünden viele Aufgaben bevor, die es zu bewältigen gelte und die finanzielle Belastungen mit sich brächten. "Auf vieles werden wir verzichten müssen. Die Finanzlage wird nicht alles zulassen", warnte Staschewski.

Anders sei die Lage bei den Kirchen, deren Kirchensteuereinkünfte parallel zur Einkommensteuer gestiegen seien. "Die Kirchen könnten ihre Projekte leicht selbst schultern", meint Staschewski. "Ich denke, wir brauchen das wenige Geld, das uns der Finanzminister zugesteht, dringend für die kommunalen Aufgaben." Anders sah das CSU-Sprecher Armin Betz: "Der Posaunenchor trägt sehr zum gesellschaftlichen Leben bei." SPD-Sprecher Robert Lindner sprach von gut nachvollziehbaren Argumenten auf beiden Seiten und empfahl jedem Marktrat, nach seiner eigenen Meinung abzustimmen.

Im Falle der Kesselpauken blieb Staschewski mit seiner Gegenstimme allein. Nicht jedoch bei der Abstimmung über einen Zuschuss für die Sanierung der katholischen Nikolauskirche. Auf 441 000 Euro werden die Kosten geschätzt. 132 500 Euro will die Pfarrei tragen. 20 000 Euro sollte der Markt beisteuern. "Der Betrag ist nicht unerheblich. Doch bei der Nikolauskirche handelt es sich um ein markantes Bauwerk ", sagte Betz. Die Nikolauskirche verdiene es auf jeden Fall, unterstützt zu werden, meinte Heinz Kett (FDP/UB). Der ablehnenden Haltung von Staschewski schlossen sich Eli Dreßler und Anja Lehner an. Mit 13 zu drei Stimmen entschied das Gremium, 20 000 Euro in den Haushalt einzustellen.

Keine Gegenstimme gab es für einen Zuschuss über 500 Euro für die Flosser Landwehr. Einstimmig fiel auch die Entscheidung für das Ratsinformationssystem inklusive einer Bürger- und der Sitzungsapp. Die Kosten von rund 5300 Euro einmalig und 2 000 Euro jährlich werden im Haushaltsplan eingeplant.

Teueres Auto


100 000 Euro wird das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Bergnetsreuth kosten. Aufbau und Beladung kommen von der Firma Furtner und Ammer KG aus Landau. Er wolle keine Stimmung gegen das neue Fahrzeug machen, sagte Sebastian Kitta (CSU). Dennoch habe es "einen faden Beigeschmack", wenn die Kosten 10 000 Euro mehr betrügen, als veranschlagt und bei der Ausschreibung nur ein einziges Angebot abgegeben wurde. Bürgermeister Günter Stich betonte, dass das Verfahren auf seine Rechtmäßigkeit geprüft wurde. Kett gab zu Bedenken, dass Haushaltsansätze nur grobe Schätzungen seien. Das Votum für die Anschaffung fiel einstimmig.

Bier am Bach


Harald Schaller bekommt eine Sondernutzungserlaubnis, um in der Oberen Bachgasse am neuen Brauhaus eine kleine Freischankfläche am Floßbach einzurichten. Einigkeit bestand auch darin, dass der Bauhof ordentliche Arbeitsgeräte braucht. Der Kompressor aus dem Jahr 1978 verliert inzwischen so viel Öl, dass bei jedem Einsatz ein Gefäß untergestellt werden muss. Das Bauhofteam soll auf die Suche nach einem neueren Gebrauchtgerät gehen. Im Haushaltsplan 2017 soll zudem ein Kostenansatz für einen wendigen Lader eingestellt werden, der den neuen Steyr-Traktor ergänzt.

"Es ist der Zahn der Zeit", meinte Bürgermeister Günter Stich zum Umstand, dass es wohl künftig keine Schüler- und Elternlotsen mehr geben wird. Ganz gibt der Bürgermeister die Hoffnung noch nicht auf. Mit einem Aufruf an die Eltern will er den Schulwegdienst aufrecht erhalten.

Die Kirchen könnten ihre Projekte leicht selbst schultern.Markus Staschewski
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktrat Floß (5)Markus Staschewski (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.