Siegfried Schuller tritt als SPD-Marktrat ab
Kommunalpolitische Urgestein geht

Großer Bahnhof für Siegfried Schuller (Vierter von rechts): Über 30 Jahre gehörte er dem Marktrat an, jetzt ist aus gesundheitlichen Gründen Schluss. Die Fraktionssprecher und die drei Bürgermeister verabschiedeten das "kommunalpolitische Urgestein". Bild: bgm
Politik
Floß
16.12.2015
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Fast 750 Sitzungen als Marktrat, knapp 14 Jahre als Fraktionssprecher der SPD, obendrauf noch Verwaltungsrat im Kommunalbetrieb und weitere Ämter im Ortsverband der Sozialdemokraten - Siegfried Schuller war über 30 Jahre kommunalpolitisch aktiv. Die Dezembersitzung des Marktrates war für ihn nun die letzte.

Aus gesundheitlichen Gründen hatte Schuller um Entlassung aus dem Ehrenamt gebeten. "In über drei Jahrzehnten hat Siegfried Schuller als Mitglied des Gremiums, wie auch als Mitglied der SPD-Marktratsfraktion, maßgeblich an der Entwicklung des Marktes mitgearbeitet und letztendlich auch große Verantwortung getragen", betonte Bürgermeister Günter Stich .

1978 trat Schuller in die Flosser SPD ein. Bereits 1984 gelang der Sprung in das Verwaltungsgremium der Kommune. In die Anfangsjahre seiner Tätigkeit fielen infrastrukturelle Maßnahmen wie der Neubau des Feuerwehrgerätehauses, die Ausweisung des Baugebietes "Am Zehenthof" oder Straßenbauprojekte wie die Umgehung Süd. Im neuen Jahrtausend sei der Bocklradlweg entstanden und der Kommunalbetrieb gegründet worden, dem Schuller ab der Gründung bis 2014 als Verwaltungsrat angehörte.

Schon seit über 45 Jahren ist Schuller im Geselligkeitsverein "Unter uns" engagiert. Seit 20 Jahren leite er den Verein. Der hervorragende Hobbyfotograf sei zudem als Geopark-Ranger aktiv. "Kollege Siegfried Schuller gehört sicher mit zum Kreis der kommunalpolitischen Urgesteine des Marktes", sagte Stich.

"Über 30 Jahre Entscheidungen zu treffen, die nicht immer leicht waren und mit denen man vielleicht angeeckt ist, zeigt, wie engagiert Siegfried Schuller ist", lobte SPD-Sprecher Robert Lindner . Schuller sei immer auf der Suche nach einem Kompromiss und nie nachtragend gewesen. "Du hast dich für das Wohl unserer Bürger eingesetzt", sagte Rita Rosner für die CSU. "Wir haben immer konstruktiv zusammengearbeitet." Schuller zeigte sich bescheiden und gerührt: "Ich weiß nicht, ob ich das verdient habe, aber dieser Augenblick geht mir schon sehr nahe." Demokratie heiße, an einem Strang zu ziehen. "Da gehört auch dazu, dass man mal beleidigt aus diesem Gremium rausgeht und dann wieder zusammenarbeitet", sagte Schuller. "Sollte ich durch politisches Fehlverhalten jemanden wehgetan haben, dann möchte ich jetzt Abbitte leisten. Das war kein böser Wille."
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