Wegen teils gravierender Mängel neues Feuerwehrhaus in Planung
Brenzlige Lage für die Wehr

Ein neues Feuerwehrhaus sei dringend notwendig, erklärte Kommandant Felix Müller den Mitgliedern des Bauausschusses. Er präsentierte dem Gremium bereits die Planungen. Bild: bgm
Politik
Floß
13.05.2016
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Es ist ernst: 16 teils gravierende Mängel wurden bei einer Begehung des Feuerwehrhauses festgestellt. "Bei einem Gewerbebetrieb würde das Gewerbeaufsichtsamt den Betrieb einstellen", machte Kommandant Felix Müller klar.

Er stellte in der Sitzung des Bauausschusses die Pläne für ein neues Feuerwehrhaus vor. "Es soll kein Prunkbau werden, sondern ein Zweckbau", sagte Müller. Einen Neubau brauche es aber auf jeden Fall. Die Mängel seien bei einer Begehung des bestehenden Gebäudes mit einem technischen Aufsichtsbeamten der Kommunalen Unfallversicherung festgestellt worden.

Im Winter viel zu kalt


Im Bestandsgebäude am Floriansplatz fehlten für Damen und Herren getrennte Umkleiden und Sanitäranlagen. Dabei müssten Feuerwehrleute die Möglichkeit zum Duschen haben, um die Verschleppung von Gefahrstoffen zu vermeiden. Derzeit diene die Fahrzeughalle als Umkleide. Im Winter würden dort mit circa sieben Grad Raumtemperatur die geforderten 22 Grad weit unterschritten. Zudem verschärfe das Umkleiden in der Fahrzeughalle die Gefährdung der Feuerwehrleute durch Diesel-Emissionen, die wegen ihrer krebserzeugenden Wirkung mit einer neuen Absauganlage in Schach gehalten werden müssten.

Nicht behebbar sei das Problem der fehlenden Stellplätze für die Feuerwehrangehörigen im engen Ortskern. Mindestens 24 Parkmöglichkeiten sollten es sein, um Probleme mit den Anwohnern zu vermeiden und die Gefahren im Alarmfall zu verringern. Momentan träfen die Einsatzkräfte von allen Seiten ein und müssten über die Hallentore das Gebäude betreten. Im Durcheinander anrückender Feuerwehrler und ausfahrender Fahrzeuge sei die Unfallgefahr groß. Schließlich befinde sich das Gebäude auch noch im Überschwemmungsgebiet, so dass die Einsatzfähigkeit bei Hochwasser gefährdet sei.

Der Neubau soll an der Plößberger Straße unterhalb des Sportplatzes entstehen. Die entsprechende Bauvoranfrage liege beim Landratsamt vor und in Kürze könne mit einer Rückmeldung gerechnet werden, informierte Bürgermeister Günter Stich. Die Ehrenamtlichen der Feuerwehr haben anhand der einzelnen Gewerke eine detaillierte Kostenaufstellung erarbeitet. Auf rund 1,35 Millionen Euro beliefen sich die Baukosten. Im Vergleich zu ähnlich gelagerten Projekten mit bis zu 3,5 Millionen Euro sei das günstig, erklärte Müller. Nach Abzug der pauschalen Förderung in Höhe von 150 000 Euro müsste die Gemeinde rund eine Million Euro finanzieren.

"Ein Lob an unsere Feuerwehr, die sich da wirklich reingebaggert hat", dankte Stich für die umfangreichen Planungen. "Was da an Vorleistung erbracht wurde, verdient Hochachtung", meinte Rita Rosner. Oliver Mutterer bat sich über eine mögliche Nachfolgenutzung des Altbaus Gedanken zu machen.
Die Feuerwehrleute müssen die Möglichkeit zum Duschen haben, um die Verschleppung von Gefahrstoffen zu vermeiden.Kommandant Felix Müller


Aus dem BauausschussIm Zuge des Umbaus der früheren Metzgerei Aichinger in ein Brauhaus soll bei einem Ortstermin mit der Polizei eine Einbahnstraßenregelung für die Graf-Gebhard-Straße diskutiert werden. Zwei Anlieger hatten Anwohnerparkplätze beantragt. "Es gibt keine Verpflichtung, dass wir einzelnen Anwohnern eigene Parkplätze zuweisen, und die kann es auch nicht geben", stellte der Rathauschef klar. "Schade um die Zeit für so einen Krampf", kommentierte Oliver Mutterer das Ansinnen.

In Schlattein hat sich Einiges an Sanierungsbedarf angestaut. Ortssprecher Robert Lindner hatte eine Aufstellung der Brücken und Kanalabdeckungen samt Bildern an den Markt weitergeleitet. Manche Granitbrücken sind schon teilweise eingestürzt. Laut Straßen- und Wegegesetz liege die Unterhaltspflicht bei unausgebauten Feld- und Waldwegen bei den Grundstücksanliegern. "Es wäre ungerecht, wenn die vier Anlieger die Lasten tragen müssten, obwohl das ganze Dorf den Weg nutzt", sagte Lindner. Bürgermeister Günter Stich will die Verwaltung beauftragen, die offenen Fragen zu klären. Am Ende könnte ein Mehrjahresprogramm zur Sanierung stehen.

Der Leiter der Beratungsgruppe Ortsentwicklung, Harald Gollwitzer, hat eine erste Kartendarstellung für mögliche Umleitungen des Lkw-Verkehrs um die Ortsmitte entwerfen lassen. "Das war das größte Negativmerkmal, das bei den Fragebögen kritisiert wurde", betonte Gollwitzer. Das Verfahren wird längere Zeit in Anspruch nehmen.

Als Eilentscheidung hat Bürgermeister Stich den Kaufvertrag für einen VW-Transporter unterschrieben. Das Fahrzeug ist dreieinhalb Jahre alt, hat 26 900 Kilometer auf dem Tacho und kostete 18 445 Euro. Die Reparatur des Vorgängers war wegen eines Kupplungsschadens nicht mehr rentabel. (bgm)
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