Aufklärung bei Präventiosabend
WC-Reiniger in Drogen

Vermischtes
Floß
12.03.2016
20
0

Sieht aus wie Kristallzucker, ist aber eine gefährliche Substanz: die Partydroge Crystal Meth. Oft strecken Drogenhändler das Aufputschmittel mit Haushaltszucker, WC-Reiniger oder gar Glassplittern. Beim Präventionsabend in Floß informierte Kreisjugendpfleger Jürgen Orlik Eltern und Jugendliche. In lockerer Gesprächsrunde beantwortete Orlik Fragen der 30 Besucher. "Der Bevölkerung ist die Drogenproblematik bewusst." Dennoch gibt es Wissenslücken.

Drogenkunde: Was ist was?

"Es gibt sehr viel auf dem Markt", erklärt Orlik. Er unterscheidet Rauschgifte in aufputschende Partydrogen und Substanzen, die zurücknehmend wirken. Cannabis, wie Haschisch oder Marihuana, versetzt den Konsumenten in einen Rauschzustand. Amphetamine, wie Ecstasy oder Crystal Meth, sind eher in der Partyszene vertreten.

Was sind "Legal Highs"?

Legal Highs sind zweckentfremdete Kräutermischungen oder "Badesalze". Sie werden synthetisch hergestellt und variieren in ihrer Mischung. "Das macht sie extrem gefährlich." Sobald eine Mischung verboten ist, kommt eine neue Zusammensetzung auf den Markt. Somit kann auch niemand die Wirkung des Stoffes vorhersagen.

Wie erkenne ich, ob jemand Drogen nimmt?

Es gibt einige Indikatoren im Verhalten. Wer Aufputschmittel wie Crystal nimmt, wird rastlos und fahrig und macht mehrere Tage ohne Schlaf durch. Der Konsument tritt mit verstärktem Selbstbewusstsein auf, fühlt sich kräftig und hat ein geringes Schmerzempfinden. Wer zuvor eher introvertiert und schüchtern ist, wird zur Quasselstrippe. Auch Misstrauen sei ein Indiz. Äußere Anzeichen wie rote, glasige oder blutunterlaufene Augen können auf Drogenkonsum hinweisen.

Wie verhalte ich mich, wenn ein Freund Drogen nimmt?

Zunächst sollte man klären, ob andere Freunde die Vermutung teilen. Danach ist es wichtig das Gespräch mit dem Betroffenen zu suchen. "Man muss seinem Freund klar machen: Du packst das nicht alleine. Such dir Hilfe." Der Versuch, den Konsumenten umzustimmen, sei essenziell. Den Eltern oder der Polizei zuerst Bescheid zu geben, sei der falsche Weg. Das zerstöre das Vertrauensverhältnis und führe zur Blockade.

Behandlung

"Der Knackpunkt liegt beim Konsumenten." Erst, wenn sich der Betroffene sein Drogenproblem selbst eingesteht, können ein Gespräch mit der Suchtberatung und eine Therapie wirkungsvoll sein. Der Abhängige muss den Willen zum Entzug haben. "Eine Pauschallösung gibt es nicht." Trotzdem sei es wichtig, "den Schritt mit ihm zu tun". Das soziale Umfeld ist zur Unterstützung sehr wichtig.

Wo finde ich Hilfe?

Hilfe bieten die Fachambulanz für Suchtprobleme der Caritas in Weiden oder in dringenden Notfällen das Bezirkskrankenhaus Wöllershof.

Was tun, wenn etwas passiert ist?

In diesem Fall sollte man das Opfer keinen Augenblick aus den Augen lassen. Am besten ist es, den Betroffenen nach Hause zu bringen oder gleich ins Krankenhaus. Der nächste Schritt ist, den Vorfall zu melden und zur Anzeige zu bringen. Am Ende rät der Referent den Jugendlichen in der Runde, ihre Freunde auch bei übermäßigem Alkoholkonsum zu bremsen. Und: "Finger weg von Rauschgiften, Drogenkonsum löst keine Probleme."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.