Bauarbieten im künftigen Brauhaus Floß haben begonnen
Brauer gehen Männer-Shoppen

Harald Schaller, Jürgen Schnappauf, Josef Völkl und Ludwig Koch (von links) stehen auf der Baustelle neben dem künftigen Rampenverkauf des Brauhauses Floß - zwischen der Mörtelmaschine und der robusten Etikettiermaschine von 1952 hinten im Eck. Bild: ui
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Floß
14.03.2016
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Im Mai sollen die ersten Probesude im neuen Flosser Brauhaus kochen. Doch noch haben die Handwerker in der ehemaligen Metzgerei Aichinger das Sagen.

Die Abwasserkanäle in der alten Wurstküche sind neu verlegt, die Fliesenleger ergänzen die weißen Kacheln im künftigen Sudhaus, und aus dem alten Laden ist die Verkaufstheke verschwunden. Auch von Räucherkammer und Wurstkesseln ist nichts mehr zu sehen. Dafür steht in der Ecke der künftigen Abfüll- und Rampenverkaufshalle eine Etikettiermaschine aus dem Hause Krones von 1952. Etwa 1000 Flaschen schafft das handbestückte blaue Gerät in der Stunde.

Verkostung genehmigt


Harald Schaller und sein Brauer Ludwig Koch waren vor kurzem erfolgreich zum Männer-Shoppen im Salzburger Land. Dort kauften sie eine komplette Flaschen- und Fässer-Abfüll- und Waschmaschine. "Das Gerät ist speziell für Kleinbrauereien wie unsere entwickelt." Besonders froh sind die beiden, dass der Verkostungs- und Seminarraum im ehemaligen Verkaufsraum der Metzgerei genehmigt ist. Die alte Ladentür wird restauriert.

Kompromisse sind in dem alten Gemäuer in den engen Kühlräumen nötig. Einige Lagertanks werden oval, damit sie überhaupt durch die Tür passen. Das Konzept für die Brauanlage hat Koch selbst erstellt. "Es sieht gut aus", sagt er mit Blick auf den Fortgang der Arbeiten bei der Schlosserei Pentner in Flossenbürg und Zscherner in Floß, die das Herzstück der Brauerei fertigen.

Signal gegen Leerstände


Unerwartete Schwierigkeiten beim Umbau machte der Raiffeisenbank als Hauseigentümer die Heizung samt Gastank. Beides muss erneuert werden, um für Braubetrieb und den Mieter, der im Obergeschoss wohnt, ausreichend dimensioniert zu sein. Dennoch freuen sich Vorstandsvorsitzender Jürgen Schnappauf und Vorstand Josef Völkl auf neues Leben im historischen Gebäude.


Schnappauf sprach von einem Leuchtturmprojekt mit Signalwirkung für weitere leerstehend Objekte im Marktgebiet. Ihr Engagement zeige auch, welche Bedeutung eine eigenständige Bank vor Ort für Floß habe. "Wenn wir in zwei Jahren 125-jähriges Jubiläum feiern, haben wir schon etwas geplant mit dem Brauhaus Floß", kündigte Schnappauf an.


"Das ist keine 08/15-Baustelle", meinte Völkl und verwies darauf, wie man Probleme durch die Kompetenz von Behörden, Architekt, Handwerkern, Bank und Brauerei gemeinsam gelöst habe. Ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen, gehen Schnappauf und Völkl davon aus, dass die Umbaukosten keine sechsstellige Summe erreichen werden.
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