Beschluss zu Bauernmakrt
Wirbel um Ware

Speck-Brezen, Dinkelsemmeln und selbstgemachter Honig kommt bei den Flossern gut an - zum Leidwesen der ortsansässigen Geschäfte. Bild: le
Vermischtes
Floß
09.03.2016
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Für Bürgermeister Günter Stich ist es keine große Sache, für örtliche Geschäfte ein Dorn im Auge: der wöchentliche Bauernmarkt. Ob sich der Stachel noch tiefer bohrt, entscheidet sich am Donnerstag.

Seit Dezember bieten externe Fieranten Fisch, Fleisch oder Brot auf dem Marktplatz an. "Das ist sozusagen eine Probezeit, die im Februar endete", erklärt das Gemeindeoberhaupt. Je nachdem, wie die Resonanz der Bürger ausfalle, entscheiden die Räte über die Zukunft des Flosser Bauernmarktes, sagt Stich.

Für ortsansässige Bäckereien oder Metzgereien mag es nicht danach aussehen. Die Entscheidung, fremde Fieranten auf dem Marktplatz verkaufen zu lassen, sei wohlüberlegt. "In zwei Marktratssitzungen und interfraktionelle Besprechungen haben wir die Idee vorher diskutiert."

Anziehungspunkt


Die Entscheidung habe er nicht allein getroffen, sondern von allen Fraktionen Rückendeckung bekommen. "Es war klar, dass wir es probieren wollen." Einerseits wollte der Markt die sanierte Dorfmitte noch attraktiver machen, auch für andere Kommunen. Auf der anderen Seite habe das Gemeindeoberhaupt die Nachfrage der Bürgern bemerkt. "Was hätte also gegen einen Bauernmarkt gesprochen?"

Die Meinung, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, teilen Flosser Lebensmittelgeschäfte nicht. Stich findet das übertrieben. "So ist das nun mal in der freien Marktwirtschaft. Aber die Situation wird aufgespielt - als ob wir uns in einer Zwickmühle befinden." Es sei nicht die Absicht der Fraktionen gewesen, den Geschäften Konkurrenz vor die Nase zu setzen.

Anfangs waren die Bürger von den Ausstellern begeistert, langsam lasse das Interesse nach. Wie oft externe Verkäufer kommen, entscheidet aber nicht die Kommune. "Wir haben nur unseren gemeindlichen Boden zur Verfügung gestellt." Eine Reisegewerbekarte berechtigte sie dazu, überall besondere Ware feilzubieten, wo sie wollen. Die Idee des Bauernmarktes hätte die Kommune über "Recht und Gesetz" umgesetzt. Was Gegner der Fieranten aber betreiben, bezeichnet Stich als "propagierende Politik" ohne Sinn. "Ich habe schließlich keinen Einfluss darauf, wo die Leute einkaufen."

Beeinflussen kann er auch die Beschlussfassung am Donnerstag, 10. März, nicht. "Bei der Entscheidung, wie es mit dem Bauernmarkt weitergeht, stoße ich an meine Grenze der Einzelmacht." Er könne als Bürgermeister nur das umsetzten, was die Fraktionen beschließen werden.
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