Chor- und Orchesterkonzert in St. Johannes
17-Jährige begeistert an Harfe

Instrumentalisten und Chor glänzten unter Leitung von Kantor Andreas Kunz beim "Chor- und Orchesterkonzert zum Advent" und der Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Camille Saint-Saëns. Bilder: Lehner (2)
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Floß
16.12.2015
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Dank der 17-jährigen Tamara Reil waren erstmals Harfenklänge in der Pfarrkirche St. Johannes Baptista zu hören.

Noch acht Tage bis zum Fest. Wie gibt man jenen Stimme und Klang, denen das Jauchzen und Jubeln deshalb noch schwer fällt? Eine Pfarrerin setzte auf das Weihnachtsoratorium.

Den Monatsspruch "Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden" stellte Pfarrerin Lisa Weniger der Aufführung des Weihnachtsoratoriums am dritten Adventssonntag in der Pfarrkirche St. Johannes Baptista voran. "Hier werden die Elenden und Traurigen nicht übertönt, denn sie sollen getröstet werden."

Kantor Andreas Konz, seit über 20 Jahren ist er Organist, Leiter des Kirchenchores, der Arche Musica und des Kinderchores "Kirchenspatzen", leitete das "Chor- und Orchesterkonzert zum Advent". Aufgeführt wurde das Weihnachtsoratorium für Soli, Chor, Harfe, Orgel und Streicher, Opus 12 von Camille Saint-Saëns. Instrumentalisten, Solisten und Chor nahmen die dunklen und traurigen Töne der Weihnachtszeit auf. Sie gaben denen Stimme und Klang, denen das Jauchzen und Jubeln noch schwer fällt. Bei der Programmgestaltung zeigte Andreas Kunz Feingefühl.

Das Collegium Musicum mit Willibald Wirth und Reinhold Maß (Violine), Jürgen Keppler (Oboe), Gertrud Werner (Sopran), Yvonne Schnappauf (Mezzo-Sopran), Sophia Scherm (Alt) und Hans Günther Daidrich (Bariton) gehört ebenso wie der Kirchenchor und die Arche Musica längst zum festen Ensemble bei Kirchenkonzerten. Mit Angela Sauer (Orgel) und Tamara Reil (Harfe) haben sich zwei neue Musikerinnen vorgestellt.

Mit dem Konzert in a-moll für Oboe und Streichorchester von Johann Friedrich Fasch und den Sätzen Largo-Vivace-Adagio-Vivace führten die Instrumentalisten die Zuhörer gefühlvoll durch den Abend. Ebenso gefiel das Präludium für Orgel und Streichorchester von Robert Jones für Chor, Orgel und Orchester.

Bei dem Christmas-Concerto von Giuseppe Torelli glänzten Willibald Wirth und Reinhold Maß als Solisten und Meister auf den Violinen. Mit der 17-jährigen Tamara Reil stellte sich erstmals eine Harfenistin vor, die sich mit ihrem virtuosen Vortrag bei der Sonate Nr. 5 von F. J. Nadermann in die Herzen der Zuhörer spielte.

Noch bevor es zum Höhepunkt des Konzertabends kam, stellte Pfarrerin Weniger einen der bedeutendsten französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts vor: Camille Saint-Saëns. Er war 23 Jahre alt, als er das "Oratorio de Noel " schrieb. Dieses sechssätzige Werk erklang nun erstmals in der Pfarrkirche.

Als Dirigent lief Kantor Andreas Kunz in Hochform auf. Auch die beiden Flosser Nachwuchssängerinnen Sophie Scherm (Alt) und Yvonne Schnappauf (Mezzo-Sopran) überzeugten bei ihrem Solopartien. Schließlich präsentierten sich mit Solistin Gertrud Werner (Sopran) und Solist Hans Dietrich Daidrich (Bariton) ein Quartett von höchstem Niveau. Das kam bei "Halleluja, jauchzet, ihr Himmel" besonders zum Ausdruck. Das Werk von Saint-Saëns klang dank des Chores wie ein aufrüttelnder lutheranischer Choral.

Die Zuhörer spendeten langen Beifall. Pfarrerin Weniger dankte allen Mitwirkenden und spendete zum Abschluss den Abendsegen.
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