Eltern fahren Flüchtlingskinder von Floß nach Flossenbürg
Chaffeure für ein halbes Jahr

Die vier Flüchtlingskinder waren am Montag nicht mit dabei. An dem Abend ging es um die Helfer, die über ein halbes Jahr hinweg einen vorbildlichen und ehrenamtlichen Fahrdienst aufrecht erhielten. Bild: nm
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Floß
28.07.2016
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"Ohne euer Engagement hätte das nicht funktionieren können", lobt Kindergartenleiterin Christine Schwepesch. Gemeint sind Frauen und Männer, die sechs Monate lang Flüchtlingskinder von Floß nach Flossenbürg und zurück fuhren.

Flossenbürg/Floß. Hasti und Mustafa, etwas später kamen Salina und Primo hinzu, wohnen mit ihren Familien in Floß. Für die Flüchtlingskinder gab es in der Kita keinen Platz mehr. Die war ausgebucht. Daraus entstand die Idee, die Kleinen in Flossenbürg unterzubringen. Dort ließ sich die vorschulische Erziehung problemlos verwirklichen. Ganz stimmte das allerdings nicht. Ohne Probleme ging es nicht ab. Der Transport zwischen den beiden Orten musste geregelt werden.

Bürgermeister Thomas Meiler blickte in einer Feierstunde im Kindergarten zurück: "Die Idee, das mit ehrenamtlichen Helfern zu bewältigen, verhallte nicht ungehört. Von Anfang an und ohne langes Betteln stellten sich Frauen und Männer mit ihren Fahrzeugen zur Verfügung." Selbst auf überörtlicher Ebene gab es Staunen und Komplimente für die Aktion: "Sie führt zudem vor Augen, welche Potenziale in unserem Ort stecken."

Wie wichtig der Chauffeurdienst war, davon berichtete Eleonore Dreßler vom Flosser Arbeitskreis Asyl. Bei den persönlichen Kontakten zu den Familien zeigten sich die positiven Auswirkungen. "Die Fortschritte ließen sich verfolgen und machen Mut für die weitere Entwicklung." Zwei Kinder werden im Herbst weiter den Kindergarten besuchen, dann im Wohnort Floß. Ressourcen stehen wieder zur Verfügung. Die anderen beiden treten den Weg in die Schule an.

Aus Sicht des Betreibers des Flossenbürger Kindergartens, der katholischen Kirchenstiftung, bewegte Josef Völkl nicht nur die Freude über das gelungene Beispiel praktizierter Nächstenliebe. "Sorgen bereiten die gesunkenen Kinderzahlen. Wir wollen neue Wege beschreiten." Konkret meinte Völkl die aktuell laufenden und intensiven Gespräche, um künftig bereits Einjährige aufzunehmen. Ein solcher Service erweitere das Angebot für Familien. Das letzte Wort sei zwar noch nicht gesprochen, Grund zu Optimismus gebe es aber durchaus.
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