Flosser Pfarrerin Lisa Weniger verlässt die Gemeinde und geht zurück nach Nürnberg
Weniger weit weg

Lisa und Santtu Weniger haben 2010 in Floß geheiratet. Jetzt kehrt das Paar zurück nach Nürnberg. Bild: blu
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Floß
08.09.2016
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Lisa Weniger verlässt Floß. Sechseinhalb Jahre war sie in der Kirche St. Johannes Baptista evangelische Pfarrerin. Dort heiratete sie auch ihren Mann Santtu und widmete sich mit ganzem Herzen der Gemeinde. Nun wartet in Nürnberg eine neue Aufgabe auf sie.

"Das wird sicherlich kein leichter Abschied", seufzt Weniger. "Mein Mann und ich blicken auf so viele schöne Erfahrungen zurück." Dabei war der Schritt von der Frankenmetropole Nürnberg in die Gemeinde Floß am 1. März 2010 ein großer. Besonders Ehemann Santtu hatte sein Leben lang in der Stadt gewohnt. Der gebürtige Finne kam mit sieben Jahren mit den Eltern nach Nürnberg. "Er lebte zum ersten Mal in einer ländlichen Gegend - dazu auch noch in der besonderen Rolle als Mann der Pfarrerin", schmunzelt die 39-Jährige.

Doch der Pfarrersgatte hat sich von Anfang an ganz stark am Gemeindeleben beteiligt. "Er hat sich voll auf das neue Leben eingelassen, seine eigene Karriere zurückgestellt und sich entschlossen, mit mir für die Gemeinde da zu sein." Der gelernte Mediengestalter baute die Webseite für die Gemeinde von St. Johannes Baptista. Zusammen gestaltete das Paar kreative Gemeindebriefe und Gottesdienste.

Drei Monate Kurse


hat für die Beziehung der Wenigers noch eine besondere Bedeutung. Denn hier heirateten sie 2010. Nun hat Santtu ein gutes Jobangebot in Franken bekommen. "Das ist er Hauptgrund, warum wir wieder nach Nürnberg zurückkehren. Jetzt ist Santtu wieder dran, sich ganz seinem Beruf zu widmen", berichtet die Pfarrerin. Sie legt erst einmal eine Studienzeit ein. Drei Monate besucht sie Seminare und Kurse, auf denen sie sich mit innovativen Formen der Verkündigung auseinandersetzt. "Diese Weiterbildungsmaßnahme ist eine gute Möglichkeit für evangelische Pfarrer, die Zeit bis zum Antritt einer neuen Stelle zu überbrücken." Doch ob sie als nächstes wieder eine klassische Pfarrstelle übernimmt oder zusätzlich etwa noch als Studienleiterin arbeitet, wie vor ihrer Tätigkeit in der Oberpfalz, könne sie noch nicht sagen, erklärt die gebürtige Nürnbergerin.

Was sie an Floß am meisten vermissen wird: "Die Menschen meiner Gemeinde und die Erfahrung, dass man zusammen so viel Schönes erreichen kann." Sie habe den Eindruck, dass die Menschen in dem kleinen Ort gegenüber Städtern viel verbindlicher seien. "Da braucht man nur einmal ,Bitte' sagen, und schon sind viele dabei und helfen mit. Das kenne ich aus vielen Gemeinden in der Stadt nicht."

Näher an Familie


Mit ihrem Weggang aus Floß geht auch einher, dass Lisa und Santtu Weniger wieder näher an ihren Familien sind, die in Nürnberg leben. "Unsere Eltern werden älter. Und je älter ich werde, desto mehr sehe ich mich in der Verantwortung, für die Eltern im Alter da zu sein", gibt die Pfarrerstochter zu. Auch hätte das Paar dort noch ein großes Netz an langjährigen Freunden aus der Studienzeit.

Am 10. Juli hatte Weniger ihre Entscheidung im Gottesdienst verkündet. "Viele Leute haben mir auf ganz liebe Weise gesagt, dass sie meine Entscheidung schade finden", zeigt sich Weniger gerührt. "Wir gehen mit ganz viel Dankbarkeit." Besuchen wird sie ihre Gemeinde nach ihrem Abschied ganz bestimmt wieder.

Jetzt ist Santtu wieder dran, sich ganz seinem Beruf zu widmen.Flosser Pfarrerin Lisa Weniger über ihren Mann


AbschiedsgottesdienstDer Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrerin Lisa Weniger ist am Sonntag, 18. September, um 14 Uhr in der Flosser St.-Johannes-Baptista-Kirche. Danach ist ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus geplant. (blu)


Wie es nach dem Abschied weitergehtLisa Weniger ist sich sicher, dass ihre Stelle bald wieder besetzt sein wird. "Floß bekommt auf jeden Fall wieder einen eigenen Pfarrer." Dass die Vakanz etwas länger dauern wird, bestätigt Mesner Wolfgang Bock: "Die Stelle wird erst im Frühjahr ausgeschrieben." Warum der Platz so lange unbesetzt sein wird, wissen auch die Flosser Kirchenvorstandsmitglieder nicht. "Das kommt von der Landeskirche. Das war beim Weggang von Pfarrer Stolz aber genauso, dass erst ein halbes Jahr später jemand kam", erinnert sich Bock. Pfarrer Herbert Sörgel aus Flossenbürg wird die Generalvertretung übernehmen. Doch auch die Kollegen, Michael Kelinske aus Plößberg, und aus Vohenstrauß, Peter Peischl, springen mit ein. (blu)
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