Haus- und Hobbybrauer

Vermischtes
Floß
19.06.2015
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Dieter Moser hat ein außergewöhnliches Hobby: Er braut sein Bier selbst. "Aus Spaß ist eine richtige Passion geworden", schwärmt der 47-jährige Flosser, der sich diesem Handwerk neben Beruf und Familie mit großer Leidenschaft widmet.

"Ich bin als Kind in den Bären-Bräu-Braukessel gefallen", erzählt Moser und lacht laut auf. Natürlich ein Scherz, doch man könnte sich das gut vorstellen. Denn ebenso wie Obelix, der im Asterix-Comic nach einem unfreiwilligen Sturz in den Zaubertrank von diesem Kraft gebenden Getränk fasziniert ist, brennt die Leidenschaft bei Moser fürs Bierbrauen.

Im Braukessel hätte er vielleicht gerne gebadet, aber zumindest die frühere Neustädter Brauerei hat tatsächlich viel mit dem großen Interesse des 47-Jährigen am Gerstensaft zu tun. Denn schon als Kind faszinierte den gebürtigen Kreisstädter der besondere malzige Geruch, der früher jedem Passanten rund um das Brauereigebäude an der Tirschenreuther Straße in die Nase strömte.

Moser, der als Jugendlicher sogar fast eine Ausbildung zum Brauer begonnen hätte, verlor im Laufe der Zeit nie das Interesse am Prozess des Bierbrauens, ging das Thema aber auch nie intensiver an. Bis Weihnachten vor zwei Jahren. Da nämlich schenkte ihm Ehefrau Gabi einen Braukurs in der Nähe von München - und der Logopäde infizierte sich endgültig mit dem Bier-Virus.

Zusammen mit einem Kumpel besorgte er sich das nötige Equipment - von der Malzmühle über das Gärfass bis hin zum Sudwerk für 50 Liter - und legte los. Achtmal hat er seit Mitte vergangenen Jahres nun seinen eigenen Gerstensaft hergestellt und ist von seiner neuen Leidenschaft begeistert. "Ich bin als Haus- und Hobbybrauer natürlich noch im Lernprozess", sagt Moser, der stets bemüht ist, das Ergebnis zu verfeinern und zu verbessern.

200 Liter darf er pro Jahr für den Eigengebrauch produzieren und muss jeden Brauvorgang beim Hauptzollamt melden. "Wenn's mehr wird, muss ich das versteuern", sagt der dreifache Familienvater. Aus einer Gaudi habe sich mittlerweile echte Leidenschaft entwickelt, schwärmt der 47-Jährige. Er liest viel über das Bierbrauen und tauscht sich mit anderen Hobby- aber auch Profi-Brauern darüber aus.

Gerstensaft im Allgemeinen habe für ihn seitdem einen anderen Stellenwert erlangt. "Man fängt plötzlich an zu analysieren, wenn man in der Kneipe ein Bier trinkt, vergleicht verschiedene Sorten und riecht schon mal intensiv in Glas oder Flasche vor dem ersten Schluck." Auf Experimente mit unterschiedlichsten künstlichen Geschmäckern will sich Moser dabei aber nicht einlassen. Er hält sich strikt ans Reinheitsgebot. "Ich braue traditionelles Bier mit den herkömmlichen Zutaten." Schon alleine wenn man diese verändere, erhalte man andere Geschmacksrichtungen.

Da das Bierbrauen Hobby ist und bleiben soll, muss Moser auch nicht auf die Vorlieben anderer achten. "Ich entwickle weder ein Produkt noch eine Sorte, sondern ein Bier, das vor allem mir selbst schmeckt."
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