Helfer vor Ort hoffen im Ernstfall auf mehr Courage
"Ihr könnt nichts falsch machen"

Noah Lugert (von links) und Tobias Kett stellten beim Frauenfrühstück, zu dem FU-Vorsitzende Annelie Lindner (rechts) eingeladen hatte, die Ausrüstung der "Helfer vor Ort"vor. Das begeisterte auch die Kinder von Carmen Helgert. Bild: bgm
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12.08.2016
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"Die Leute trauen sich einfach nicht", bedauerte Noah Lugert von den Helfern vor Ort. Bisher sei er erst ein einziges Mal an einen Einsatzort gekommen, wo die Tochter des Patienten bereits mit der Reanimation begonnen hatte.

"Traut Euch! Ihr könnt nichts falsch machen", appellierte Lugert an die Teilnehmer des Frauenfrühstücks in der Raststation, erste Hilfe anzuwenden.

Wenn tatsächlich Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig seien, würde der Telefonist in der Integrierten Leitstelle Anweisungen geben und nicht auflegen, bis der Rettungsdienst eingetroffen sei. Wenn die Sauerstoffversorgung eines Patienten unterbrochen sei, blieben maximal zehn Minuten Zeit, um mit der Reanimation zu beginnen, informierte Lugert bei der Frauen-Union.

Wunschliste der Helfer


Zusammen mit Tobias Kett stellte Lugert den Inhalt eines Einsatzrucksacks vor. Mit einem Absauggerät könne Erbrochenes aus dem Rachenraum eines Verletzten abgepumpt werden. Das Gerät lasse sich nur manuell bedienen. Im Einsatz seien helfende Hände oft knapp.

Auf der Wunschliste der "Helfer vor Ort" steht daher ein elektrisch betriebenes Absauggerät. Neben Verbandsmaterial, Infusionen, verschiedene Halskrausen und einer Beatmungsmaske schleppen die Helfer vor Ort auch eine Sauerstoffflasche mit. "Das ist es, was unseren Rucksack so bleischwer macht", sagte Lugert. Mit einer Schiene könnten gebrochene Gliedmaßen ruhiggestellt werden.

Das Puls-Oxymeter sei eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Damit lassen sich der Sauerstoffgehalt des Blutes und der Puls messen. Acht Ehrenamtliche zählt der Helfer-vor-Ort-Standort inzwischen. Nur an rund fünf Tagen im Monat könne wegen der beruflichen Verpflichtungen der Aktiven kein Helfer ausrücken.

Ab 18 rund um die Uhr


Mitmachen kann, wer mindestens 17 Jahre alt ist. Ab 18 Jahren dürfe auch nachts Dienst getan werden. Mit dem Einsatzfahrzeug darf aber nur fahren, wer seit mindestens einem Jahr einen Führerschein besitzt. Lugert verwies auf den Bereitschaftsdienst, wenn man außerhalb von Praxisöffnungszeiten dringend einen Hausarzt brauche. Der Bereitschaftsdienst ist bundesweit unter 116117 erreichbar. "Bei lebensbedrohlichen Situationen muss die 112 gewählt werden." Frauen-Unions-Vorsitzende Annelie Lindner dankte dem Referenten mit einer Spende über 200 Euro, die aus dem Waffelverkauf beim Maimarkt stammen.
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