Kleine Dorferneuerung
Willi Perzl informiert über Möglichkeiten

Vermischtes
Floß
22.03.2016
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Beim Informationsabend der Beratungsgruppe Ortsentwicklung im Ausschuss "Zukunft Floß" im Gasthaus Plödt in Diepoltsreuth sprach Willi Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung zum Thema "Kleine Dorferneuerung - Möglichkeiten für die Flosser Ortsteile". Er informierte die über 50 Zuhörer auch über Förderprogramme.

"Die Vertiefung der dörflichen Lebenskultur und des heimatlichen Lebensraums ist viel mehr wert als ausgebaute Straßen", sagte Perzl. Die Dorferneuerung sei zudem nicht nur eine öffentliche Geschichte, sondern auch eine private. Dabei spiele es eine wichtige Rolle, welche Eigenleistungen die Bevölkerung bei Projekten einbringen könne. "Es geht nicht ohne Bürgerbeteiligung und nur in Zusammenarbeit mit der Kommune." Eine Förderung sei grundsätzlich eine Hilfe zur Selbsthilfe.

An Beispielen veranschaulichte Perzl, was möglich sein kann. "Aber nicht jedes Dorf wird in die Auswahl kommen", warnte er. Zunächst müssten Schwerpunkte herausgearbeitet werden. Außerdem müsse analysiert werden, welches Projekt Priorität hat, wie Bewohner und Kommune dazu stehen, welche Bedeutung es für die Gemeinschaft hat. "Steht eine Idee im Raum, muss man fragen: Was wollen wir konkret? Wie können wir das finanzieren (Gemeinde, Förderung, Eigenleistung)? Welche Förderung ist möglich?" Die Planungen seien erst der zweite Schritt.

Robert Lindner wollte wissen, ob eine Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Schlatteiner Glockenturms unter eine Förderung lokaler Basisdienstleistungen falle. Perzl erklärte, dass das Objekt dafür auf Gemeindegrund stehen müsse, Eigenleistungen würden nicht gefördert. Wäre der Glockenturm zudem ein Baudenkmal und orstbildprägendes Gebäude, könne eine Förderung bis zu 30 Prozent betragen. Bei einem Denkmal darf aber nichts geschehen, was ihm abträglich sei. Wenn etwa ein denkmalgeschütztes Gebäude abgerissen und an dieser Stelle ein neues Gebäude errichtet wird, so besteht kein Anspruch mehr auf Förderung.

Eine Förderung ländlicher Kernwegenetze konnte Perzl vorerst nicht in Aussicht stellen. Dies gelte auch für Feldwegbrücken, es sei denn, sie liegen auf einer Verbindung zu einem Weiler mit mindestens fünf Wohnhäusern.

"Die lebhafte Diskussion zeigt, dass der Vortrag zum Nachdenken und zu Innovationen angeregt hat", meinte Beratungsgruppenleiter Harald Gollwitzer. Die Ortsentwicklungs-Gruppe stehe für Fragen zur Verfügung und könne für mögliche Projekte Kontakte herstellen. Stellvertretender Leiter Armin Betz wies noch auf einen Filmabend zum Thema im April hin. Der genaue Termin wird bekanntgegeben.
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