Konzert zum 100. Todestag Max Regers
Von wegen sperrig und schwer

Ein glanzvolles Kirchenkonzert aus Anlass des 100. Todestages von Max Reger gestalteten am Sonntag in der Pfarrkirche St. Johannes Baptista Andreas Kunz (Orgel), Sybille Wagner (Querflöte), Reinhold Maß und Willibald Wirth (von rechts). Bild: le
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Floß
28.06.2016
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Am 11. Mai 1916 starb den Komponist Max Reger. Zum 100. Todestag ehren ihn regionale Musiker. Sie bringen in der St.-Johannes-Baptista Regers Werke zu Gehör.

Kantor Andreas Kunz baute beim Kirchenkonzert in der evangelischen St.-Johannes-Baptista-Kirche auf drei Interpreten, die den Abend zu einem schönen musikalischen Erlebnis werden ließen. Dazu passten die wohlgewählten Texte von Pfarrerin Lisa Weniger, die das Leben und Wirken des großen Komponisten und Musikers durchstreifte.

Ruhig, einfühlsam und vollendet vorgetragen leiteten Andreas Kunz (Orgel), Sybille Wagner (Querflöte), Willibald Wirth und Reinhold Maß (Violine) den Konzertabend mit dem "Largo" aus der Triosonate op. 1 Nr. 6 von Jean Baptiste Loeillert (1680-1730) ein. Mit bitter-süßen Sommerworten des Dichters Joseph von Eichendorff entbot Pfarrerin Weniger den Gästen ein herzliches Willkommen. "Spannen wir unsere Seelenflügel aus und lassen uns tragen von den Klängen der Musik."

Schön und angenehm


Zu hören waren vor allem leichte, sommerliche Klänge. Das galt auch für die Sonate Nr. 3 für zwei Violinen und Orgel von Giovanni Battista Pergolese (1678-1741). Die feine Abstimmung zwischen Streichern und Organisten wurde gerade hier auffällig. Ein schöner und angenehmer Hörgenuss.

Das zeigte sich auch beim Trio D-Moll für Violine, von Reinhold Maß gespielt, Flöte und Orgel von Antonio Vivaldi (1668-1741). Zu einer wahren Meisterleistung liefen Wagner und Andreas Kunz bei der Andante G-Dur von Johann Sebastian Bach (1685-1750) auf. Noch vor dem nächsten Stück nahm Weniger den Faden des Lebens Max Regers wieder auf. Leider kein leichter, lichter Sommerfaden, auch wenn das Leben des jungen Musikers hoffnungsvoll begann.

Wagner und Kunz waren so prächtig aufeinander abgestimmt, dass die Sonate C-Dur BWV 1033 von Johann Sebastian Bach zu einem Höhepunkt des Konzerts avancierte. Da passte die Komposition von Reinhold Maß "Besinnung und Meditation" als Abrundung des ersten Teils dazu.

Mit dem Pfingstgedicht von Ludwig Uhland "Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht, was noch werden mag, das Blühen will nicht enden" wandte sich der Konzertabend ausschließlich der Musik Regers zu. Einer Musik, die vielen als schwierig, schwer zu spielen und zu hören, gilt. Sperrig, gar nicht sommerlich, duftig und leicht. Doch dieses Urteil wird Reger und seiner Musik nicht gerecht. Die folgenden Stücke "Pfingsten" op. 145 Nr. 6, das "Wiegenlied" op. 79 d. 1 für Violine (Reinhold Maß) und Orgel (Andreas Kunz) sowie die Romanze in G-Dur für Violine und Orgel stellten dies einmal mehr unter Beweis.

Anerkennender Beifall


Die Schönheit und Zwiespältigkeit des Daseins fand sich zu Regers Zeit auch in vielen Gedichten wieder, die er zu Liedern vertonte. Die musikalischen Sommerklänge bei diesem Kirchenkonzert fanden schließlich im "Te Deum" op. 59 Nr. 12, gespielt von Kunz, ihren absoluten Höhepunkt.

Musikalische Glanzpunkte während der 75-minütigen Aufführungszeit erhielten durch einen langanhaltenden Beifall Anerkennung.
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