Missstimmung im Gemeinderat
Bauen oder nicht bauen?

Momentan finden im Marterweg Kanalarbeiten statt. Auf dem Grünstreifen, der momentan als Lager- und Ausstellungsfläche genutzt wird, möchte Markus Bock eine Lagerhalle errichten. Bild: bgm
Vermischtes
Floß
25.06.2016
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Nur ein Bauantrag steht auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates. Markus Bock will seinen Betrieb, die Lagerhaus Floß GmbH, um eine 60 mal 14 Meter große und acht Meter hohe Halle erweitern. Zu einer Abstimmung über das Vorhaben kommt es aber nicht.

CSU-Fraktionssprecher Armin Betz hatte mit einem Antrag zur Geschäftsordnung die Absetzung des Punktes von der Tagesordnung beantragt. Zur Begründung verwies Betz auf seine schriftlichen Ausführungen vom Vortag. Mit Unverständnis reagierte Markus Staschewski (SPD): "Wenn uns Briefe einzelner Bürger zur Handlungsunfähigkeit zwingen, halte ich das nicht für gut." Mit den sechs Stimmen aus der CSU-Fraktion - Walter Pröls war entschuldigt - und den zwei Stimmen der FDP/UB-Fraktion - ohne dem entschuldigten Wolfgang Bock - fand der Geschäftsordnungsantrag mit acht Stimmen eine knappe Mehrheit gegen die sieben Stimmen der SPD-Fraktion und von Bürgermeister Günter Stich.

Unternehmer Markus Bock, der als Zuhörer an der Sitzung teilnahm, reagierte hinterher enttäuscht. "Da geht's ja auch um die Existenz. Ich habe sonst keine Ausweichmöglichkeiten, um meinen Betrieb zu erweitern. Irgendwo muss man doch auch schauen, was für alle gut ist und nicht nur für wenige Einzelne", klagt Bock, der darauf verweist, dass er vier Mitarbeiter beschäftigt und dem Markt Gewerbesteuer einbringt.

Bedenken der Anwohner


Was war im Vorfeld geschehen? Bock hatte vor etwa drei Wochen den Bauantrag zu Errichtung einer Lagerhalle bei der Gemeinde eingereicht. Auf einer Wiese neben dem bestehenden Agrar- und Baustoffhandel soll die neue Halle am Marterweg entstehen. Die gegenüberliegenden Anwohner, insbesondere die Bewohner eines Mehrfamilienhauses würden künftig auf eine acht Meter hohe Wand blicken. Mehrere Anlieger hatten teils auch schriftlich ihre Bedenken gegen das Vorhaben geäußert. Die drei Bürgermeister Günter Stich, Oliver Mutterer und Rita Rosner sowie die drei Fraktionssprecher Armin Betz, Robert Lindner und Heinz Kett hatten bei einem Ortstermin das Bauvorhaben bereits besprochen. Alle offenen Fragen konnten dabei scheinbar nicht geklärt werden. "Ich habe im Namen der Fraktion darum gebeten, den Antrag zurückzustellen, um noch etwas Zeit zu schaffen und im Sinne aller Betroffenen eine einvernehmliche Lösung zu finden", erklärte Betz seinen Antrag am Freitag.

Markus Staschewski dauert das zu lange. Vor einigen Jahren habe man händeringend einen Betreiber für das Lagerhaus gesucht und sei froh gewesen, als man Markus Bock gefunden hatte. "Jetzt würden wir Herrn Bock Knüppel zwischen die Beine werfen", sagt Staschewski.

Ob der Bauantrag in seiner Fraktion eine Mehrheit gefunden hätte, weiß allerdings auch er nicht. "Egal, ob man dafür oder dagegen ist - einen macht man sich so nicht zum Freund", sagte der SPD-Marktrat am Freitag. Und ob der bisherige Lagerplatz oder eine Halle schöner wären, sei Geschmackssache. Auch Bock selbst betont, dass sein Betrieb "ganz normal wie bisher" weitergeführt werde. "Es wird sogar weniger Lärm geben, weil die Halle den Lärm abschirmt", meint der Unternehmer, der im Frühjahr 2017 mit dem Bau starten möchte. Der Bauantrag wird voraussichtlich bei der nächsten Sitzung am 14. Juli erneut auf der Tagesordnung stehen.
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