Nach Streit bei Glyphosat-Diskussion
Friedenspfeife mit Biobauern

Erwin Vollath (Biokreis), Reinhard Brunner (Naturland), Mühlen-Inhaber Gerald Meierhöfer, Karl Bäumler (stellvertretender BBV-Kreisobmann), die Biobäcker Georg Forster und Josef Wittmann sowie BBV-Kreisobmann Josef Fütterer beseitigten Unstimmigkeiten. Bild: fle
Vermischtes
Floß
09.06.2016
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April 2016: Die Aussagen von Kreisobmann Josef Fütterer im Zuge der Glyphosat-Diskussion stoßen besonders den Biobauern sauer auf. Auf der Gailertsreuther Mühle rauchen nun beide Parteien eine Friedenspfeife.

Diesmal ging es beim Treffen der regionalen Biobauern mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) nur indirekt um Zulassung oder Gefahren des Unkrautvernichters Glyphosat. Im Zentrum standen Äußerungen Fütterers im "Neuen Tag" vom 23./24. April. "Der Biobauer verschweigt Ihnen, dass er den dreifachen Arbeitsaufwand hat. Ich kann behaupten, dass mein Getreide nicht pilzbehaftet ist, das kann der Biobauer nicht. Wenn Sie Müsli kaufen, dann ist das Getreide pilzbehaftet", hatte der Kreis-Obmann damals gesagt.

Fehlerhafte Argumentation


Darüber waren die Biobauern verstimmt und luden nun zu einem Friedensgipfel auf die Gailertsreuther Mühle ein. "Ich entschuldige mich für meine fehlerhafte Argumentation bei den Biobauern", zeigte sich Fütterer reuig. Er habe sich zwischenzeitlich stärker mit der Materie befasst und sei zu der Erkenntnis gelangt, dass Biobauern und konventionelle Bauern drei Basiselemente des Getreideanbaus vereinen: Sorten, Bodenbearbeitung und Fruchtfolge. "Ich stehe zu meinen Aussagen, lasse mich aber eines Besseren belehren. Wir brauchen Bio-Landwirte."

Bioland-Bäcker Josef Wittmann, Reinhard Brunner von Naturland und ihre Bio-Kollegen hatten den Ort der Aussprache wohlgewählt. Die Gailertsreuther Mühle bezeichneten alle regionalen Bio-Landwirte als Glücksgriff. Inhaber Gerald Meierhöfer stellte 2008 komplett auf Bio um und zählt mit neun Tonnen Tagesleistung zu den Kleinstmühlen. "Wir betreiben einen Kleinverkauf, handeln im Internet und beliefern Naturkostläden sowie alle Regionalbäcker", sagte Meierhöfer.

Vorwurf widerlegen


Biobäcker Wittmann hatte im Vorfeld die Auswertung zahlreicher Studien vorgestellt, die alle darauf abzielten, den Pilz-Vorwurf Fütterers zu widerlegen. "Mehrjährige staatliche Untersuchungen belegen, dass der Pilzbefall bei Getreide im konventionellen Landbau höher ist als bei Biobauern", sagte Wittmann. Wissenschaftler begründeten dies mit der extensiven organischen Düngung und der geringen Bestandsdichte im Öko-Landbau. Zudem begünstige die abwechslungsreiche Fruchtfolge mit geringem Mais-Anteil gesunde Getreidebestände. "Die Fruchtfolge von Weizen nach Maisanbau in der konventionellen Landwirtschaft fördert den Pilzbefall im Weizen. Im Öko-Anbau werden statt Mais Kleegras und andere stickstoffsammelnde Pflanzen in der Fruchtfolge verwendet. Zur abschließenden Versöhnung betonten sowohl konventionelle als auch Bio-Bauern ein künftiges Neben- statt Gegeneinander.
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