Pater Shaijan liebt Dotsch mit Apfelmus
Indischer Priester übernimmt urlaubsvertretung in St. Johannes

Die katholischen Gottesdienstbesucher kennen Pater Shaijan. Noch bis Mitte nächster Woche vertritt der indische Priester, der in Rom studiert, Pfarrer Thomas Richthammer. Bild: mic
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Floß
25.08.2016
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Pater Shaijan lobt die Oberpfälzer Küche in höchsten Tönen. Besonders Dotsch mit Apfelmus oder Schnitzel haben es ihm angetan. "Very good", schwärmt er, obwohl in seiner Heimat Indien ganz anders gekocht wird.

Der 36-Jährige stammt aus Kerala, einem Landstrich im Südwesten von Indien, der bekannt für seine Gewürzplantagen ist. Seine Eltern leben auf einer Insel. "Mein Vater betreibt eine Muskatnussplantage", berichtet er. Angebaut werden außerdem Zimt, Ingwer, Kardamom, Pfeffer und vieles mehr. "Meine Heimat ist auch das Land der Kokospalmen", erzählt er.

Seit Ende Juli wohnt der indische Priester in Floß und vertritt Pfarrer Thomas Richthammer während dessen Urlaub. Untergebracht ist der junge Priester in der Ferienwohnung von Martha Löw, wo er nicht nur schläft, sondern auch zu Mittag isst. Pater Shaijan kann es gar nicht oft genug wiederholen: "Frau Löw ist eine sehr gute Köchin."

Deutsch spricht er nur wenig. Wenn er in der Pfarrkirche St. Johannes die Messe hält, liest er die Gebete aus einem Buch ab. Das klappt prima, denn der 36-Jährige bereitet sich akribisch auf die Gottesdienste vor. Am vergangenen Wochenende versuchte er sich sogar an einer deutschen Predigt. Seine Worte kamen an, denn nach der Messe belohnten ihn die Gläubigen sogar mit Applaus.

Mit den Flossern kam er gleich in Kontakt. "Die Leute sind alle sehr nett und haben mich willkommen geheißen." Auch nach den Gottesdiensten würden viele das Gespräch suchen. Unterstützung bekommt er von Pater Leo Beck, der im August ebenfalls in Floß weilt. Die beiden kennen sich aus Rom, wo Pater Shaijan studiert. Er erzählt von seinen Mitkommilitonen ("nur einer von ihnen ist Italiener"), vom Unterricht, der auf Italienisch ist und von seinen Zielen. "Wenn ich fertig bin, möchte ich im Priesterseminar unterrichten."

Einige Wochen in Stuttgart


Zusammen mit Pater Eduard aus Plößberg hat er erst vor wenigen Tagen einen Ausflug nach Marienbad unternommen. "Auch Pilsen und die Gedenkstätte Flossenbürg waren hoch interessant", erklärt er. Am 1. September verlässt der Priester Floß wieder. Er kehrt jedoch nicht gleich nach Rom zurück, sondern fährt nach Stuttgart, um dort noch ein paar Wochen auszuhelfen.

Von Floß werden ihm nicht nur das Essen und die netten Menschen, sondern auch der Ort an sich in guter Erinnerung bleiben. "Fast alle Häuser hier haben einen Garten, die Menschen arbeiten hart und haben immer etwas zu tun." Auch vom weltlichen Teil der Flosser Kirwa sei ihm schon berichtet worden. "Das ist ein großes Fest außerhalb des Ortes."

Wenn's klappt, möchte er nächstes Jahr im August wieder die Urlaubsvertretung übernehmen.

Die Leute sind alle sehr nett und haben mich willkommen geheißen.Pater Shaijan
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