So geht Integration
Floß neue Heimat für armenische Familie

Wer in Deutschland leben will, muss sich integrieren. "Das war für uns selbstverständlich", sagen Anahit Baloyan (links) und Artur Ghazaryan (rechts). Ihre Söhne Ruben (5) und Mayis (9) werden am Sonntag in St. Johannes getauft. Bild: mic
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Floß
07.04.2016
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Einer ihrer ersten Wege in Floß führte Anahit Baloyan in die katholische Pfarrkirche. "Der Glaube ist mir wichtig", sagt die 35-jährige Armenierin. Seit Juni 2014 lebt sie mit ihrem Mann Artur Ghazaryan und den beiden Kindern im Markt. Am Sonntag, 8. April, empfangen die Söhne Mayis (9) und Ruben (5) in St. Johannes das Sakrament der Taufe.

Pfarrer Thomas Richthammer freut sich sehr, dass sich die Asylbewerber-Familie so gut integriert hat und jeden Sonntag den Gottesdienst besucht. "Mayis kommt ja im Mai zur Kommunion", erzählt er. Seit einigen Monaten engagiert sich Anahit als Tischmutter, betreut zusammen mit einer weiteren Mama eine der drei Kommunion-Vorbereitungsgruppen.

Der Alltag der armenischen Familie unterscheidet sich kaum von dem einer deutschen. Vater Artur, ebenfalls 35 Jahre alt, hat Arbeit bei der Firma Bock in Gösen gefunden, Anahit arbeitet stundenweise in der Wäscherei des Seniorenheims. Ihren Lebensunterhalt bestreitet die Familie alleine. Deshalb lebt sie seit 1. Januar nicht mehr in einer Asylunterkunft, sondern kann sich eine eigene Wohnung leisten.

Von Anfang an versuchten die Armenier, sich in Floß einzufügen. Anhit gehört seit ein paar Monaten dem Katholischen Frauenbund an und ist für ihre leckeren selbstgebackenen Kuchen bekannt. Dem Familienvater kam die Liebe zum Fußball zugute. Beim Sportverein rannte er offene Türen ein, als er sich nach dem Juniorentraining für Mayis erkundigt. Während der Neunjährige begeistert im E-Junioren-Team kickt, freundete sich Arthur mit den Vätern an.

Sprachprobleme gibt es kaum mehr. Die Söhne Mayis und Ruben plaudern mittlerweile ungezwungen mit ihren deutschen Freunden. Den Eltern fällt die neue Sprache nicht ganz so leicht. "Ich verstehe zwar alles, aber die Grammatik stimmt noch nicht", erklärt Anahit. Der Deutschkurs jeden Mittwoch ist deshalb für sie und ihren Mann ein wichtiger Termin.

Wie es weiter geht, muss nun das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entscheiden. "Wir hoffen sehr, dass unser Asylantrag genehmigt wird", wünscht sich das Paar.

Armenische ChristenArmenier sind Christen. Die Wurzeln dafür reichen bis ins Jahr 301 zurück. Die armenisch-apostolische Kirche zählt zu den Orthodoxen Ostkirchen. Doch auch in der armenische Kirche ist die Eucharistiefeier mit ungesäuertem Brot ein wichtiger Ritus.
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