Weniger Geld, weniger Aktive, mehr Ärger
OWV-Vorsitzender Armin Messner sieht immer mehr Zweigvereine bedroht

Die Delegierten der 87. OWV-Hauptversammlung sehen der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen. Bild: le
Vermischtes
Floß
29.05.2016
173
0

Keine Frage: Der Oberpfälzer Waldverein erntet für seine heimat- und naturkundliche Arbeit viel Anerkennung. Das bereitet ihm aber zusehends Probleme, räumte Vorsitzende Armin Messner in der Hauptversammlung in Floß ein. Vor allem der Nachwuchs fehlt.

Vereinzelt stellt sich auch die Frage, ob Zweigvereine überleben. Sorge bereitet das Schutzhaus Silberhütte, wo die neue Pächterin schon nach kurzer Zeit das Handtuch geworfen hat. Auch die finanzielle Situation des Hauptvereins sei nicht rosig. Die Herausgabe der Zeitschrift "Die Arnika" werde immer teurer und und auch die jährliche Bruttomiete für die Geschäftsstelle sei nicht ohne.

Probleme rund um Weiden


Viele Zweigvereine stehen vor Herausforderungen wie demografischer Wandel, gesellschaftlicher Wertewandel und immer komplexerer Verwaltungsarbeit sowie immer weniger aktiven Mitgliedern. Messner: "Es gibt kein Patentrezept für eine einheitliche Strategie gegen diese Probleme, trotzdem müssen wir alles versuchen."

Auffällig seien die Probleme vor allem im Speckgürtel um Weiden, also im Ursprungsland des Waldvereins. Auflösungtendenzen gab es bereits in Altenstadt, Weiherhammer, Schirmitz. Manch anderer Zweigverein könne auch bald verschwinden. Eine Idee ist, die Silberhütte in einem Teilbereich umzunutzen, vielleicht für eine Ausstellung. Bei richtiger Präsentation könne es Zuschüsse für die Umbauten geben. Doch auch dafür brauche es erst einmal einen Pächter.

Mehr als 2600 Nistkästen und 450 Fledermauskästen werden OWV-weit unterhalten, leitete Messner zur Detailarbeit über. 2015 bot der Hauptverein 414 Wanderungen an, die knapp 6000 Teilnehmer lockten. Im Steinwald wird an einem neuen Wanderwegleitsystem gearbeitet. Der Nurtschweg wurde wieder mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Positiv: In einzelnen Zweigvereinen haben sich Familiengruppen gegründet. Am 24. September steigt in Weiden ein Festakt aus Anlass des 100-jährigen Gründungsfests. in Weiden stattfindet.

Immer mehr Minus


Hauptschatzmeister Günter Merkl erläuterte, dass den Gesamterträgen von 111 660,10 Euro Ausgaben von 120 399 Euro gegenüber standen. Das Vermögen betrug zum 31. Dezember 2015 genau 48 624.43 Euro. Dieses Jahr rechnet Merkl mit 15 000 Euro Verlust. Gesucht werden derzeit alte Bilder und Fotos aus dem früheren Vereinsleben für die 100-Jahr-Feier. Obwohl der Hauptvorsitzende förmlich darum rang, bewarb sich kein Zweigverein für die Austragung der 88. Hauptversammlung 2017. Dagegen meldete Leuchtenberg Interesse an der Herbstwanderung 2017 an.

Sorgenkind SchutzhausJosef Bauer vom OWV-Zweigverein Flossenbürg sprach das ledige Problem der Silberhütte an. Es seien zu hohe Unkosten, die sich nicht decken lassen. Das Haus selbst sei in einem schlimmen baulichen Zustand. Deshalb meinte Bauer, dass das Gebäude grundlegend saniert werden müsse. Selbst ein Verkauf des sei zu überlegen. Ebenfalls aus Flossenbürg kam von Helmut Erndt der Hinweis, dass das Forstamt derzeit Nutzungsverträge für Waldwege mit den Kommunen abschließen will. Diese wiederum wollen, wie in Flossenbürg derzeit, die Haftung auf die Waldvereine übertragen. Der Hauptvorsitzende sicherte dazu Gespräche mit dem Staatsforst zu. (le)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.