Innovation auf der Schippe: Fast wie eine Oscar-Nominierung
Tiefbaufirma Gollwitzer beim Bauma-Preis in der engeren Wahl

Das neue Verlegegerät gabelt die Riesenrohre einfach auf und hievt sie gefahrlos in die Baugrube.
Wirtschaft
Floß
27.04.2016
961
0

Auch wenn der Oscar letztendlich an jemanden anderen geht - allein für den weltweit renommiertesten Filmpreis nominiert zu werden, ist schon Auszeichnung genug.

So ähnlich hat sich Harald Gollwitzer, Inhaber des Flosser Tiefbauunternehmens Gollwitzer, gefühlt, als seine Firma für den Innovationspreis 2016 der Bauma, der weltweit größte Messe der Baubranche, in die engere Wahl kam. Erst vor wenigen Tagen ging die Schau in München zu Ende. 3000 Aussteller aus aller Welt hatten sich vom 11. bis 17. April auf dem 605 000 Quadratmeter großem Gelände präsentiert.

"Wir waren mit Abstand die kleinste Firma, die sich beworben hat", erzählt Gollwitzer. "Ich habe nie gedacht, dass wir gegen die internationale Konkurrenz bestehen können." Für den Mittelständler wie ein Sechser im Lotto: "Auch wenn wir keinen Preis bekommen haben, die Nominierung ist schon Anerkennung genug. Ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter." Der Firmenchef dankt vor allem seinem Projektleiter Manfred Brunner. "Er war von der Idee bis zur Umsetzung dabei."

Das Unternehmen trat in der Kategorie drei (Bauwerk/Bauverfahren) mit einem selbst entworfenen Rohrverlegegerät an. Vor allem größere Rohre mit einem Durchmesser von zwei Metern bereiten immer wieder Kopfzerbrechen. Bis jetzt musste ein Arbeiter auf das Rohr klettern, das ein Tieflader zur Baustelle gebracht hatte.

Um es mit einem Bagger abzuladen, auf dem Boden zwischenzulagern und es dann in die Baugrube zu hieven, war es notwendig, eine Kette um das Rohr zu legen. "Ungesichert in vier Metern Höhe ist das nicht ganz ungefährlich", erklärt Projektleiter Brunner. Auch um die Kette wieder abzumachen, musste abschließen jemand in die Grube steigen.

Die Erfindung aus dem Haus Gollwitzer machte diese Arbeit schneller, sicherer und wirtschaftlicher. Das Rohrverlegegerät sieht wie ein überdimensionales U aus, das anstelle der Schaufel am Bagger angebracht wird. Damit lassen sich Rohre mit einem Durchmesser von 1,2 bis 2,2 Meter aufgabeln und gefahrlos transportieren. Seit März 2015 erleichtert der neue Baggeraufsatz der Firma Gollwitzer die Arbeit. Gefertigt hat ihn die Firma Tyssen Krupp, die die Erfindung inzwischen auch weltweit vertreibt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.