Mann in Flossenbürg von Jugendlichen vor dem Ertrinken gerettet
Jugendliche retten Weidener

Am vergangenen Sonntag retteten diese Jugendlichen einem 62-jährigen Weidener im Gaisweiher vor dem Ertrinken. Heute können sie über die dramatischen Minuten schon wieder lächeln. Der Badegast hat den Unfall dank ihrer schnellen Hilfe überlebt und wird bald aus dem Klinikum Weiden entlassen. Bild: nm
Freizeit
Flossenbürg
17.07.2015
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Sonne, Spaß im Freundeskreis und zwischendurch Abkühlung im Gaisweiher: Der unbeschwerte Badetag nahm am späten Sonntagnachmittag eine dramatische Wendung. Dem beherzten Eingreifen junger Leute hat ein 62-jähriger Weidener sein Leben zu verdanken.

Die im Frühsommer im Gaisweiher verankerte, vom Verein Campingfreunde finanzierte Badeinsel entwickelte sich in den vergangenen Wochen zur Attraktion. Auch ein Badegast aus Weiden hatte die Aluminiumkonstruktion als Zwischenstation auf dem Weg quer durch den See ausgewählt. Wie erst am Donnerstag bekannt wurde, erlitt der Mann wenige Meter entfernt einen Schwächeanfall. Der Kreislauf spielte nicht mehr mit.

Auf Insel gezerrt

Der Schwimmer ging immer wieder unter. Auch die Hilferufe einer Bekannten blieben zunächst unbemerkt. Dann begriffen Jugendliche auf der Insel den Ernst der Situation. Sie zögerten nicht, sprangen ins Wasser, holten den Mann nach oben und zogen ihn auf die Insel. Auch die am Ufer zurückgebliebenen Freunde begriffen schlagartig die brenzlige Situation.

Unterstützung bekamen sie von Fabian Gruber. Der Helfer vor Ort hatte zwar keinen Dienst, schwamm aber, nachdem der Notruf abgesetzt war, sofort zur Insel hinaus. Gemeinsam gelang es, das Opfer auf dem wackligen Untergrund in die stabile Seitenlage zu bringen und aus der Bewusstlosigkeit zurückzuholen. Inzwischen suchte das Ufer-Team der Clique nach einem Schlauchboot. Am Campingplatz wurde ein solches kurzerhand beschlagnahmt.

Um die weitere Versorgung des Mannes sorgten sich die Helfer vor Ort, Manfred Sladky und Elia Stahl sowie der BRK-Rettungsdienst mit Notarzt Dr. Rüdiger Hettler. Mit dabei waren die Wasserwacht-Einsatzkräfte aus Windischeschenbach und Neustadt. Der Gerettete musste mehrere Tage auf der Intensivstation des Weidener Klinikums verbringen. Glücklich waren die Helfer über eine Nachricht, die sie am Donnerstag erreichte: Schon in Kürze wird der Weidener entlassen.

"Alles richtig und vorbildlich gemacht", über dieses Lob von der Neustädter Polizeiinspektion freute sich die Gruppe. Aufregend sei die Situation schon gewesen. "Lange überlegen kam aber nicht in Frage. Wir wollten einfach nur helfen." Bedeutend ruhiger klang der Nachmittag später am Rumpelbach aus. Die Gruppe griff zum Telefon, orderte Pizzas und verarbeitete miteinander die dramatischen Minuten.

Vorfall abhaken

Inzwischen haben die jungen Leute zwischen 12 und 15 Jahren den Zwischenfall gedanklich zu den Akten gelegt, vor allem wegen des glücklichen Ausgangs. Wann immer es das Wetter und die schulischen Pflichten erlauben, treffen sich Anton und Leni Schnappauf, Luisa und Lena Riedl, Julia Weig, Franziska Beer und Birgit Schell am Gaisweiher: "Für uns noch immer der ideale Ort, um unsere Freizeit zu genießen und gemeinsam Spaß zu haben."
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