Neugestaltete „GeoTour Granit“ am Flossenbürger Schloßberg vorgestellt
Granit in acht Variationen

Weg mit dem Tuch, lautete am Freitag die Vorgabe für Dr. Andreas Peterek, Bürgermeister Thomas Meiler, Landrat Andreas Meier, Dr. Frank Holzförster, Dr. Bettina Haas und Georg Stahl (von links). Sie enthüllten die Infotafel zur "GeoTour Granit". Bild: nm
Freizeit
Flossenbürg
02.05.2016
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Die Geschichte der "GeoTour Granit" reicht zwölf Jahre zurück. Jetzt war es an der Zeit, die acht Stationen, bei denen sich alles um das Urgestein dreht, rundzuerneuern. Der Abschluss der aufwendigen Aktion ging am Freitag am Aufgang zur Flossenbürger Burgruine über die Bühne.

"Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess' ich nimmer", erinnerte Bürgermeister Thomas Meiler an den Schulunterricht. Dem Spruch komme in der Grenzgemeinde ein hoher Stellenwert zu: "Der Granit spielt seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle. In der Landschaft ebenso wie bei der Verarbeitung." Im Ort gibt es eine Reihe leistungsfähiger Unternehmen: "Sie passten sich den veränderten Anforderungen an und entwickelten sich weiter. Darauf sind wir stolz."

Als Beitrag für die Heimat wertete der Vorsitzende des Förder- und Trägervereins GEO-Zentrum an der KTB Georg Stahl das Projekt: "Es ist gleichzeitig auch praktizierte Umweltbildung für die Menschen." Aus Sicht des Geoparks Bayern-Böhmen verwies Dr. Andreas Peterek zusätzlich auf die Förderung der regionalen Identität: "Wir begegnen dem Granit überall, in der Landschaft, beim Abbau oder bei der Veredelung. Das Gestein spielt bei uns eine wichtige Rolle. Das sollten wir nicht vergessen."

Zuversichtlich zeigte sich Landrat Andreas Meier, die Menschen tatsächlich auch zu erreichen. Die Initiatoren hätten es geschafft, den Inhalt der Tafeln ausgezeichnet aufzubereiten und nicht zum trockenen Stoff werden zu lassen: "Ein gelungenes und stimmiges Werk."

Details dazu stellte der wissenschaftliche Leiter des Geozentrums, Dr. Frank Holzförster, vor. Hinter den acht vom Grafiker Andreas Gaube gestalteten Tafeln stecke nicht zuletzt die Absicht, Appetit für ein eigenständiges und intensives Entdecken des Granits zu wecken, beispielsweise am Flossenbürger Schloßberg oder im Steinhauermuseum der Gemeinde.

Finanzielle Hilfe für die "GeoTour Granit" kam vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. "Nur was man kennt, das schätzt und schützt man", begründete Dr. Bettina Haas die positive Entscheidung. Gut gefallen habe darüber hinaus die Nachhaltigkeit des Vorhabens und der eingeschlagene Weg, Interessenten zur Eigeninitiative anzuregen. Beeindruckt zeigten sich an dem Nachmittag genauso Hubert Schlamminger von den Bayerischen Staatsforsten, die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Geo-Ranger und weitere Gäste.

Granit-ThemenDie "GeoTour Granit" rückt acht Aspekte rund um das Urgestein in den Blickpunkt. Infotafeln finden sich in Leuchtenberg, Pleystein, Flossenbürg, Mähring, im Waldnaabtal, auf der Luisenburg, in der Kaolingrube Rappauf und am Waldhaus Pfaben. Vorgestellt werden erdgeschichtliche Vorgänge, entstandene Landschaftsformen, die Bedeutung für den Wald oder beispielsweise der Abbau und die Veredelung.

Wer alle acht Standorte sehen will, muss eine Strecke von 117 Kilometern absolvieren. Dabei bleibt es allerdings nicht. Die Beiträge in Wort und Bild regen an, selbst noch mehr zur jeweiligen Thematik zu entdecken.

Bei der Eröffnung der "GeoTour" in Flossenbürg imponierten im Übrigen nicht nur Inhalt und Präsentation der Tafel. Es gefielen auch die vom Granitwerk Helgert gefertigten Stelen, zwischen denen die Platte hängt. Es ist der Prototyp für Wegweiser und Schilder, der künftig im ganzen Ort zum Einsatz kommen soll. (nm)
Nur was man kennt, das schätzt und schützt man.Dr. Bettina Haas vom Umweltministerium
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