Wanderung von der Planer Höhe bei Waldkirch zur Ruine Schellenberg und zur Alten Mühle
Wilde Romantik in den Grenz-Wäldern

Vielleicht die romantischste Burgruine der Nördlichen Oberpfalz: 1347 wurde die Burg Schellenberg von den Herren von Waldau auf diesem Bergkamm nah an der Grenze errichtet auf einem massiven Granitriegel errichtet.
Freizeit
Flossenbürg
11.07.2015
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Unweit der Ruine Schellenberg erhebt sich aus dem Waldboden der Brotstein, der seinen Namen der speziellen Verwitterungsform des Granits verdankt. Bilder: pi
Von Rudolf Barrois

Grausige Geschichten erzählten sich früher die Leute von der Burgruine Schellenberg, die sich, 826 Meter hoch auf einem mächtigen Granitriegel thronend, aus dem Grenzwald zwischen Waldkirch und Georgenberg erhebt.

Von einem Schellenberg-Männlein ist da die Rede, von einer Blutbuche, einer Schauertanne. Und eine weiße Frau gibt es da oben auch. Dieser Tage hat der Oberpfälzer Waldverein die wilden Wucherungen rund um die alte Ruine gestutzt. Gerade mal drei bis vier Kilometer entfernt davon duckt sich die Alte Mühle von Gehenhammer am Rand des gleichnamigen Ortes in den Wiesenhang und bietet dem Wanderer Speise, Trank und Erholung. Auf unserer Wanderung wollen wird beide Ziele ansteuern und zwei vom Oberpfälzer Waldverein (OWV) vorbildlich markierte Strecken miteinander verbinden.

Gerade haben Manfred Janker, OWV-Vorsitzender von Georgenberg, und die Gemeinde die zweite aktualisierte Auflage ihres Wanderführers mitsamt Übersichtskarte vorgelegt. Und dem Besucher der Region damit eine sichere Orientierung in den Wäldern und Hinweise auf lohnende Ziele in die Hand gegeben.

Hinauf zur Tafelbuche

Von der Planer Höhe, die wir entweder über Georgenberg oder ober Flossenbürg-Waldkirch erreicht haben, führt der Weg mit der Nummer 2, der in diesem Abschnitt auch die Bezeichnung M trägt, hinauf in den Wald zu einer Wegespinne, die den Namen Tafelbuche trägt. Wir folgen zunächst dem Hinweise D (wie Dolme), der in einen Stichweg führt, der uns zum sogenannten Bärenfelsen bringt, einem gewaltigen Granitriegel, zu dessen Füßen eine Dolme ruht. Als Dolmen werden Großsteingräber bezeichnet, deren riesige Deckel auf seitlich angeordneten Felsen ruhen und so einen Hohlraum bilden. Wir kehren zur Tafelbuche zurück und steigen nun, der Nummer 2 folgend, hinauf zum Ensemble der riesigen Felsformation mit den Resten der Burg Schellenberg.

Erbaut wurde die Burg 1347 von Cunrad und Heinrnich von Waldau. Später wurde sie an einen fränkischen Ritter namens Guttenberg verpfändet. Eine Fehde in dieser Familie hatte die Belagerung durch den markgräflichen Hauptmann Konrad von Wirsberg zu Folge. Wirsberg hatte, so wird berichtet, offensichtlich große Mühe die Anlage zu erobern. Es gelang ihm dennoch, sie zu schleifen. Die Burg wurde so gründlich zerstört, dass sie nicht mehr aufgebaut wurde. 1648 schließlich verkaufte Kaiser Ferdinand sie an die Lobkowitzer, die dort oben ein Jagdschloss einrichteten. Der letzte Bewohner verließ die Burg 1865. Zuvor hatten schon Förster, die dort oben Dienst taten, immer wieder von Räubern berichtet, die ihr Unwesen trieben.

Eine Alternative bietet der eigentliche Rundweg Nr. 2 (gestrichelte Linie), wenn man an der Planer Höhe rechts in die Forststraße und später über einen Waldweg den Nurtschweg (E 6) mit der rotgelben Markierung erreicht. Wir wenden uns nach rechts, immer der 2 folgend, und erreichen über den Brotsteinfelsen die Burg. Von dort steigen wir nach Süden zur Tafelbuche ab.

Romantische Mühle

Wir gehen dort aber halblinks und folgen dem schwarzem M auf weißen Grund in Richtung Gehenhammer, das wir nach rund dreieinhalb Kilometern erreichen. Zurück zur Planer Höhe führt der Weg über die Staatsstraße. Der Weg begleitet diese ein ganzes Stück und überquert sie. Auf der Forststraße erreichen wir nach drei Kilometern unseren Ausgangspunkt an der Planer Höhe. Die Strecke beträgt etwa 13 Kilometer.

Der Wanderer bewegt sich meist auf Forststraßen, im Bereich der Burgruine wird es teilweise eng. Der Aufstieg zum Aussichtsturm der Ruine ist rot markiert. Die wilde Landschaft und die hervorragende Weitsicht vom Aussichtsturm der Ruine entschädigen (normalerweise) für den streckenweise mühsamen Aufstieg. Die Aussichtsplattform ist momentan gesperrt, wird aber in diesem Jahr noch renoviert. Eine Einkehr in die romantische Mühle, deren Mechanik komplett erhalten ist, ist anschließend ein Erlebnis für sich.

Tipps zur RouteAnfahrt
Ausgangspunkt für unsere Wanderung zur Ruine Schellenberg und Mühle bei Gehenhammer ist die Planer Höhe unweit von Waldkirch auf der Staatstraße Georgenberg-Flossenbürg. Von der Autobahn A 93 erreicht am diese entweder über die Staatsstraße 2166 (Weiden -Vohenstrauß). Wir biegen von dort ab in Richtung Waldthurn, folgen der Straße am Fuß des Fahrenbergs nach Georgenberg, biegen dort in der Mitte des Ortes auf die Staatsstraße 2154 ein und erreichen erst die Alte Mühle Gehenhammer und dann (nach 5,5 Kilometern) die Planer Höhe.

Das Ziel ist erreichbar auch über Neustadt/Waldnaab, und Störnstein. Unmittelbar vor Flossenbürg biegt die Staatsstraße ab in Richtung Waldkirch. Wir durchqueren den Ort und finden nach etwa einem Kilometer den Hinweis auf den Wanderparkplatz.

Historische Mühle
Die Brotzeitsstube in der Mühle hat Montag, Dienstag und Donnerstag Ruhetag. Sonst ist sie ab 13 Uhr geöffnet. Telefon: 09658/347
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