Freiburger Kunststudenten präsentieren bei Vernissage beindruckende Steinplastiken
Hier künstlerisch zu arbeiten ist ein Geschenk

Kultur
Flossenbürg
17.08.2016
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Der Himmel macht es wie der Granit im Plattenberg-Bruch - er zeigt sich von seiner grauen Seite. Die Vernissage von Freiburger Kunststudenten bekommt dadurch noch mehr Atmosphäre. Selbst als Regen einsetzt, lassen sich die Besucher nicht vertreiben.

(otj) Zu sehen gab es am Freitag bei diesem ganz besonderen Spaziergang durch das Flossenbürger "Freiluftmuseum" die Resultate einer Exkursion von Studenten der Kunstschule Freiburg-Munzingen. Zwei Wochen hatten sich diese im Vorfeld intensiv mit dem Werkstoff Granit beschäftigt.

Steine selbst ausgesucht


Viel erlebten die Teilnehmer mit: Sprengungen, schweres Gerät, aber auch Ausflüge in die Umgebung. Als Abschlussarbeit rückten die Künstler dem harten Werkstoff mit Flex, Presslufthammer, Meißel und Co. zu Leibe. Die Studenten hatten sich ihre Steine selbst ausgesucht und steckten viel Persönlichkeit in ihre Plastiken.

Es sei darum gegangen, sich dem Ursprung des Steines zu nähern. "Wir wollten von der Oberfläche in tiefere Schichten des Steines vordringen", erklärte Kursleiterin Verena Reimann. Bei der Arbeit merke man schnell, dass man auch viel über sich selbst erfahre. Es gehe um ein wahres Suchen.

Die Ansätze waren höchst unterschiedlich. Die einen versuchten, die Ästhetik von Granit sorgfältig herauszuarbeiten. Eine Installation aus Stein und Asche ist der Versuch, Trauer und Hoffnung künstlerisch zu verarbeiten, und wieder eine andere Arbeit lässt den 200 Kilogramm schweren Brocken aussehen, als stünde er leichtfüßig auf den Zehenspitzen. Bemerkenswert ist auch die Zusammenstellung der Studiengruppe. Nicht frischgebackene Abiturienten begrüßten am Freitag die Besucher, sondern gestandene Persönlichkeiten. Gemüsegärtnerin, Sozialarbeiter, Werkzeugmeisterin oder Marketing-Mann - alle Teilnehmer gehen dem Kunststudium nebenberuflich nach.

Wie ein Geschenk


Trotz der unwirtlichen Witterung begeisterte die Oberpfälzer Gastfreundschaft die Besucher aus dem Breisgau. Kursleiterin Verena Reimann betonte: "Es war großartig, wie herzlich wir aufgenommen worden sind. Hier künstlerisch zu arbeiten ist ein Geschenk."
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