400 Jugendliche gedenken in Flossenbürg des Theologen
Bonhoeffer ein Vorbild

Im Kerzenschein versammelten sich am Donnerstagmorgen in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mehr als 400 Jugendliche, um an den am 9. April 1945 ermordeten evangelischen Pfarrer, Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer zu erinnern. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
10.04.2015
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(nt/az/epd/dpa) Der Hinrichtungsort Dietrich Bonhoeffers im einstigen Konzentrationslager Flossenbürg war am frühen Donnerstagmorgen in Kerzenlicht getaucht. Zum 70. Todestag des evangelischen Pfarrers und NS-Widerstandskämpfers waren dort mehr als 400 evangelische Jugendliche aus ganz Bayern zu einer Andacht zusammengekommen. Die Gedenkstunde stand unter dem Motto "Es gibt nun einmal Dinge, für die es sich lohnt, kompromisslos einzustehen."

Angelehnt an das Bonhoeffer-Zitat findet bis Samstag in Flossenbürg ein Jugendtreffen mit 470 Teilnehmern statt. Dazu eingeladen hatte die Evangelische Jugend in Bayern. Auf dem Programm stehen Diskussionen, Zeitzeugen-Gespräche, Führungen sowie Workshops und Vorträge. Am Treffen nehmen jüdische und muslimische Pfadfinder aus Israel sowie Jugendliche aus Belgien teil.

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm erinnerte auf seiner Facebook-Seite an Bonhoeffer und würdigte dessen "mutiges Zeugnis im Widerstand gegen ein menschenverachtendes System".

Sein Handeln sei Inspiration für so viele Menschen, "die sich nach ihm für die Würde des Menschen eingesetzt haben". Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist, predigt am Sonntag, 12. April um 10 Uhr in der Kirche St. Pankratius in Flossenbürg zum Gedenken an Bonhoeffer. Dieser war am 9. April 1945 am frühen Morgen im KZ Flossenbürg mit weiteren Mitwissern des gescheiterten Attentats vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler ermordet worden: Neben Bonhoeffer waren dies Wilhelm Canaris, Hans Oster, Karl Sack, Theodor Strünck und Ludwig Gehre.

Am Donnerstag wurde Bonhoeffer auch in Berlin gewürdigt. In der Hauptstadt soll künftig eine Gedenktafel an seinem einstigen Wohnort auf ihn hinweisen. In dem Haus in der Oderberger Straße lebte Bonhoeffer 1932 für wenige Monate, er predigte damals in der Zionskirche.
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