Albert Werner bereits als Kind auf der Empore - Lob auch für Antonia Kitzig
Beine zu kurz für Orgelpedale

Antonia Kitzig und Albert Werner (vorne, Mitte) rückten beim Pfarrfamiliennachmittag in den Blickpunkt. Gewürdigt wurden ein Jahrzehnt beziehungsweise 70 Jahre ehrenamtliche Arbeit in der katholischen Pfarrei. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
26.02.2015
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Die Orgel begleitete ihn fast das ganze Leben lang. Am Sonntag wurden bei Albert Werner Erinnerungen an die vergangenen über 70 Jahre wach. So lange saß er regelmäßig oben auf der Empore und spielte zur Ehre Gottes und zur Freude der Gläubigen.

Pfarrer Georg Gierl würdigte beim Pfarrfamiliennachmittag das Engagement des 83-Jährigen: "Er war die Zuverlässigkeit in Person, genauso auch Konstante und Säule in der katholischen Pfarrei. Werner gibt gleichzeitig ein Beispiel dafür, was bei uns alles möglich ist." Die Karriere des Organisten begann im zarten Alter von etwas mehr als zehn Jahren mitten im Krieg. Werner konnte Erfahrung am Klavier vorweisen, und Pfarrer Karl Alfons Raab verpflichtete ihn kurzerhand für die Kinderchristmette. Der Bub machte seine Sache gut, hatte allerdings mit einem Handicap zu kämpfen: Die Beine waren noch ein gutes Stück zu kurz, um die Orgelpedale zu erreichen.

In der Folgezeit wuchs Werner die Königin der Instrumente ans Herz. Sieben Jahrzehnte blieb das so, bis Werner sein Amt schließlich in jüngere Hände legte. Etwas schmunzeln musste Gierl bei seiner Laudatio dann doch: "Er ist bei den Gottesdiensten nach wie vor auf der Empore zu finden. Wahrscheinlich wüsste er gar nicht, wo er sich unten hinsetzen sollte." Anerkennende Worte galten an dem Nachmittag auch Antonia Kitzig. Sie trat nach dem Tod ihres Mannes Werner dessen Nachfolge als Organisatorin für den Lektorendienst an: "Ihre zehn Jahre andauernde und jetzt beendete Arbeit hinter den Kulissen war ein echter Gewinn für unsere Pfarrei." Der Telefonhörer war ihr Handwerkszeug und wurde bei Terminabsprachen oder Rückfragen unzählige Male strapaziert.

Über das Lob und die Geschenke freuten sich mit Werner und Kitzig die Familienangehörigen. Wie hoch die Gläubigen das Engagement der beiden schätzen, machte der Applaus im Theresienheim deutlich.
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