Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte auf künstlerischer Ebene - Theaterensemble aus Israel ...
Workshops und Theater im Bildungszentrum

Lokales
Flossenbürg
28.07.2015
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(nm) Dem historischen Ort in künstlerisch-kreativen Workshops begegnen, darum geht es von heute bis einschließlich Freitag in der KZ-Gedenkstätte. Ein international zusammengesetzter Teilnehmerkreis bekommt Gelegenheit, nach persönlichen Perspektiven zu suchen.

Eingeladen wurden Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zu einem außergewöhnlichen Vorhaben. Auswählen konnten die aus fünf Workshop-Themen. Ziel ist es, so das Motto der von Franziska Schleupner organisierten Aktion, Formen zu finden, Geschichte zu erfahren und Erinnerung zu gestalten. Darum kümmern sich während der fünf Tage renommierte Künstler.

Mit Mark Mühlhaus geht es darum, Spuren des ehemaligen Konzentrationslagers und seiner Nachgeschichte mit der Kamera einzufangen und daraus eine kreative Fotogeschichte zu gestalten. Carmen Winter lädt ein, angesichts der Art und des Umfangs der Verbrechen passende Worte zu finden. Bei "Kreativem Schreiben" soll die Sprache helfen, Gedanken und Gefühle zu ordnen und zu verarbeiten.

Ein Stück Birkenholz rückt Annette Hähnlein in den Blickpunkt. Schnitzend und malend lassen sich darin Gedanken und Gefühle einprägen, die sie aus der Begegnung mit der Geschichte des KZ ergeben. Mit einen anderen Ansatz nähert sich Michaela Peter dem Thema an. Collagen aus vielfältigen Materialien sollen ein persönlich geprägtes Einzelbild schaffen. Mimik, Gestik und Bewegung gehören zum Workshop mit Alan Brooks. Er führt in den Tanz als andere und neue Art der Verständigung ein.

Ein öffentlicher Termin und gleichzeitig eine Premiere stehen bei einem Projekt im Blickpunkt, das vom Bayerischen Jugendring im Rahmen der Bayerisch-Israelischen Bildungskooperation gefördert wird. Eine Theateraufführung am Donnerstag um 19.30 Uhr ist die erste frei zugängliche Veranstaltung im neuen Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte.

Das vierköpfige israelische Ensemble des Ohel-Theaters aus Afula bringt die erlebte Geschichte mutiger Frauen auf die Bühne, die ein wichtiger Teil des jüdischen Widerstands während des Zweiten Weltkriegs war. Als Kuriere versuchten sie im von den Deutschen besetzten Polen eine Verbindung zwischen den verschiedenen Ghettos aufrecht zu erhalten. Unter Lebensgefahr transportierten sie Nachrichten, Essen und sogar Waffen. Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne entgegengenommen.
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