Bäumchen wechsle dich

Bergfichten liegen Revierförster Oswald Hamann (links) am Herzen. Ein Trupp des Flossenbürger Forstbetriebs wickelt im Bereich der Silberhütte ein Pflanzprojekt ab, dessen Erfolg erst in Jahrzehnten zu sehen sein wird. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
06.11.2014
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Das Ergebnis können erst kommende Generationen begutachten. Den Grundstock für die Veränderung der Wälder rund um den Entenbühl legt Oswald Hamann aber bereits heute. Im Bereich der Silberhütte kommen derzeit Bergfichten in die Erde.

Großflächig geht der Waldumbau im Bereich der Silberhütte über die Bühne. Vorerst werden 6000, an das Klima perfekt angepasste Bergfichten den Baumbestand um den Entenbühl stabilisieren und den Umbau zum Bergmischwald unterstützen.

"Ein Beitrag für mehr Stabilität und dem Klimawandel geschuldet." Mit den Worten fasst der Revierförster Oswald Hamann die Hintergründe zusammen. Wie sehr die Hinweise berechtigt sind, zeigt der Blick nach oben. Zahlreiche Fichten mussten der rauen Höhenlage, den Wind-, Schnee- und Reiflasten Tribut zollen.

Mensch muss nachhelfen

Abgebrochene Wipfel und Äste, Verkrüppelungen oder Zwieselbildungen sind keine Seltenheit, sondern fast schon die Regel: "Die vor Jahrzehnten gepflanzten Fichten sind für Extrembelastungen wenig geeignet. Das ist beileibe kein Vorwurf, denn damals wusste man es nicht besser. Wesentlich passender sind hier Bergfichten", weiß der Förster.

Mit ihrer schlanken Krone und ihrer für Höhenlagen ausgeprägte Widerstandskraft eigne sich die Bergfichte besser für das hoch liegende Gebiet als ihre "normale" Schwester. Von alleine wechsle der Bewuchs aber nicht. Da müssen die Mitarbeiter des Flossenbürger Forstbetriebs nachhelfen. Über Tage hinweg sind, nach Hamanns Vorgaben, vier Leute unterwegs und bringen die Baum-Babys in den Boden. Die Stecklinge stammen aus dem Bindlacher Pflanzgarten der Bayerischen Staatsforsten, sind nur wenige Zentimeter hoch und können in der ersten Zeit von einem speziellen Erdballen zehren, den jede Pflanze bekommt. In das mit einem Spezialspaten gestochene Loch passen Ballen und Pflanze genau hinein.

Das hört sich leicht an, ist es aber nicht. Die Akkord-Arbeit strengt körperlich an. Es müssen die richtigen Pflanzabstände eingehalten werden und Steine gibt es um den Entenbühl mehr als genug. Ausgewählt wurde eine zwölf Hektar große Fläche. Darauf verteilt gibt es aktuell für drei Hektar mit der Bergfichte quasi Verstärkung. 6000 von ihnen bekommen rund um den höchsten Berg der nördlichen Oberpfalz eine neue Heimat. Wie das Ergebnis aussieht, zeigt sich erst in gut 100 Jahren: "Es geht bei der Bewirtschaftung der Wälder nicht um kurzfristige Aktionen. Da spielen Zeiträume über Generationen hinweg eine Rolle", sagt Hamann.
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