Caritas-Geschäftsführer spricht zum Thema Flüchtlinge
Helfen, aber richtig

Lokales
Flossenbürg
24.11.2014
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Eine Stunde nahm sich der Geschäftsführer des Caritas-Kreisverbandes Weiden/Neustadt für die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Zeit. Bernhard Uhl beleuchtete beim Vorstandsteam des Diözesanverbandes Fragen und Aspekte rund um das Thema Flüchtlinge.

KAB-Diözesanvorsitzende Gerlinde Bayer erläuterte bei der Zusammenkunft im Theresienheim Hintergründe zu dem Tagesordnungspunkt: "Vor unseren Türen stehen Menschen, die ihre Heimat aus Furcht um Leib und Leben verlassen mussten. Wie gehen wir damit um und was können wir tun? Das bewegt viele." Antworten darauf und einen Blick hinter die Kulissen steuerte an dem Vormittag der Gast aus Neustadt bei.

"Flüchtlinge waren auch schon hier im Theresienheim untergebracht", erinnerte Uhl an die Zeit nach dem Krieg: "Sie fanden ein erstes Zuhause. Unberührt kann uns auch die aktuelle Situation nicht lassen. Beim Umgang mit Menschen aus Syrien, dem Irak und weiteren Ländern ist es aber wichtig, selbst gut informiert zu sein. Allein der Wille zu helfen reicht nicht." Uhl stellte organisatorische Abläufe vor, schilderte rechtliche Vorgaben und Zuständigkeiten: "Und Leute, die mit den Flüchtlingen Profit machen wollen, gibt es durchaus."

Am Herzen lagen den KAB-Zuhörern die Tipps für konkretes und sinnvolles Handeln. Wichtig ist es, die Menschen bei Gängen zu Behörden oder zum Arzt zu begleiten. Unterstützung beim Erlernen der Sprache zählt ebenfalls zum hoch einzuschätzenden Engagement: "Auch wenn das oft leichter gesagt als getan ist." Keinen Mangel gebe es dagegen bei der Kleidung: "Damit werden wir manchmal fast schon überhäuft. Niemand sollte sich im Übrigen daran stören, dass Flüchtlinge oft großen Wert auf ein Handy legen. Das ist kein Statussymbol, sondern meist die einzige Möglichkeit mit Angehörigen Kontakt aufzunehmen."

Ehrenamtlich tätigen Helfern komme durchaus hohe Bedeutung zu: "Dazu brauchen wir sie als Multiplikatoren. Vonseiten der Caritas wird ein intensiverer Personaleinsatz nicht möglich sein. Eine Aufstockung der 17 in der Diözese hauptamtlich Beschäftigten gibt es nicht." Eindringlich warnte Uhl vor spontanen Entscheidungen, Kirchenasyl zu gewähren. Eigenständiges Handeln könne zu extremen Problemen führen.
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