Ehrungen im dritten Anlauf

Seit 30 Jahren halten Ernst Gruber (Zweiter von links) und Christa Kraus (Dritte von rechts) der Arbeiterwohlfahrt die Treue. Fast schon ein wenig zu kurz kam da ein weiteres Jubiläum: Vor drei Jahrzehnten übernahm Elfriede Stich (Dritte von links) die Arbeit für den AWO-Seniorenclub. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
22.10.2015
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Drei Mal haben die Verantwortlichen den Termin verlegt. Aber der neu anberaumte Zeitpunkt passte offenbar wieder nicht gut. Die Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Elfriede Stich, verlas eine lange Liste mit entschuldigten Mitgliedern.

16 Männer und Frauen waren dennoch zur Jahreshauptversammlung gekommen. Sie erlebten einen besonderen Tag.Selbst steht Elfriede Stich nicht gerne im Zentrum. Das war auch am Sonntag in "Murphys Pilsstube" so.

Urkunden für Treue

Sie rückte lieber Christa Kraus und Ernst Gruber in den Mittelpunkt. Beide gehören seit 30 Jahren der AWO an und ernteten für die Verbundenheit Lob, Geschenke und Ehrenurkunden. Dass es sich lohnt, für die Ziele der Gemeinschaft einzutreten, dafür gibt Stich selbst das beste Vorbild. Sie steht nicht nur an der Spitze des Ortsverbandes, sondern kümmert sich seit 1985 zusätzlich um den Seniorenclub.

Im Rückblick führte Stich die Aktivitäten der beiden Gruppen auf. Der Bogen spannte sich von der Haussammlung über gesellige Zusammenkünfte, die Unterstützung bedürftiger Mitmenschen bis hin zu kulinarischen Erlebnissen. Viel Spaß hatte der Ausflug in den Freizeitpark Loifling gebracht, für die Kosten war die AWO aufgekommen.

"Der Mensch braucht den Menschen", mit diesem Leitsatz forderte Stich Solidarität, Gerechtigkeit und Bereitschaft, nicht wegzuschauen, ein. Das galt ausdrücklich auch für die Flüchtlinge, die wegen kriegerischer Auseinandersetzungen die Heimat verlassen müssen: "Ich kann mich noch daran erinnern, wie schlimm es war, den Krieg mitzuerleben. Als Kind hatte ich die Hoffnung, dass es nie wieder so etwas gibt. Mein Wunsch erfüllte sich nicht, auch wenn wir selbst nicht unmittelbar betroffen sind."

Von Herzen kommend

Um Engagement in Flossenbürg ging es drittem Bürgermeister Peter Gruber: "Die Arbeiterwohlfahrt braucht sich mit dem Angebot nicht verstecken. Nötig wäre ein ausgeprägtes Bewusstsein bei den Bürgern, das auch nutzen zu wollen. Überzeugungsarbeit beispielsweise in den Reihen der Senioren muss ganz oben stehen." Was vorbildliches und von Herzen kommendes Engagement ausmache, das stelle Stich seit Jahrzehnten eindrucksvoll unter Beweis.
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