Ein bisschen Frotzelei

Feuerwehrvorsitzende Tina Träger und Kommandant Rüdiger Hettler alias Bruder Asam waren zufrieden. Mit einem Schluck aus den Ehrenkrügen stießen sie auf den Erfolg des Starkbierfestes an. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
27.03.2015
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Ob seine gesammelten Fastenpredigten eines Tages in Buchform erscheinen, steht nicht fest. Wünschenswert wäre es, da waren sich die Gäste beim Starkbierfest der Altenhammerer Feuerwehr einig.

Als Bruder Asam kommentierte Kommandant Rüdiger Hettler das Geschehen in der Welt, in Deutschland und in Flossenbürg. Im Gerätehaus lief er, wie in den Jahren zuvor, zur Höchstform auf. Ein ganzes Jahr spiegelte sich in der Fastenpredigt wider, beleuchtet mit viel Humor, gelegentlich aber auch mit nachdenklich stimmenden Worten.

Das reichte von der Weihnachts-WM in Katar über das Geschehen in der Ukraine oder die Finanz-Großbaustelle in Griechenland bis hin zu Pegida: "Diese patriotischen Europäer haben etwas vergessen. Wer im Namen der Religion Menschen umbringt ist kein Moslem, sondern ein Terrorist." Beim Streifzug durch die Grenzgemeinde nahm der Fastenprediger die ab Februar gestiegenen Wasser- und Kanalpreise unter die Lupe: "Wenn man das umrechnet, müssten wir heute für das Bier vier Euro verlangen. Trinkt also ein paar billige Halbe mehr und geht bei uns im Feuerwehrhaus gleich aufs Klo. Hier muss die Gemeinde die Gebühr selbst zahlen." Das Wasser spielte 2014 auch in der Jahnstraße eine Rolle. Dort sprudelte es aus der Teerdecke: "Das hätte man als Heilquelle gut vermarkten können. Dann stellte sich aber heraus, dass es nur ein Rohrbruch ist." Glücklich schätzen dürfe sich Flossenbürg über das rege Vereinsleben und die damit verbundenen Feste.

Und da machte Hettler gleich ein wenig Werbung für die kommenden Wochen. Wer einen ganzen Abend Lachkrämpfe auf sich nehmen wolle, der sei bei den bevorstehenden Aufführungen des Theresienstadls gut aufgehoben. Etwas ernster sei da schon die Sache mit der angeblich nicht mehr ganz festsitzenden Glocke auf dem Leichenhaus zu nehmen: "Bei Beerdigung von Friedhofsglocke erschlagen", würde keine gute Schlagzeile abgeben.

"Bei uns spielt die Musik"

Viel Lob galt der eigenen Feier-Wehr: "Bei uns stimmt der Zusammenhalt und lustig geht es immer zu. Ein bisschen Frotzeln darf nicht fehlen." Zum Schluss schickte Pater Asam seinen Ministranten mit dem Klingelbeutel durch die Fahrzeughalle: "Dafür versprechen wir euch, dass keiner alleine bleibt, wenn er uns ruft. Wir sind da, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr."

Vorsitzende Tina Träger lobte ihre Helferschar, die sich um das Wohl der Besucher kümmerte. Einen kleinen Seitenhieb auf die Feuerwehrkameraden aus Flossenbürg konnte sich die Frau an der Spitze nicht verkneifen: "Die Musik ist bei uns etwas lauter, als ihr es gewohnt seid. Das liegt daran, dass bei uns leibhaftige Musiker spielen und nicht das Radio." Die Band in Altenhammer hieß "SanMas" und traf den Geschmack der Gäste.
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