Flossenbürg wählt neu

Eine Erinnerung an den ersten Amtstag des bisherigen Bürgermeisters Johann Kick (links). Am 2. Mai 2002 kam der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (rechts) als hoher Besuch nach Flossenbürg. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
29.08.2015
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Leicht fiel es ihm nicht. Bürgermeister Johann Kick (SPD) gab sein Amt zurück. Den Ausschlag für die Entscheidung gab eine schwere Erkrankung. Der Gemeinderat stimmte dem Entlassungsantrag bereits zu. Neuwahlen stehen voraussichtlich am 8. November an.

In einem Rundschreiben informierte Kick, der bei der Polizei arbeitet, alle Haushalte über die Gründe. Die Krankheit, die intensive Behandlungen und mehrere Operationen nach sich zieht, habe es seit Dezember 2014 nicht zugelassen, dem Dienst als Bürgermeister nachzugehen: "Ich bin froh, dass die Therapie einigermaßen gut verlaufen ist. Gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt es aber nach wie vor. Über den ärztlichen Rat, die Lebensweise gründlich zu ändern und auf die Gesundheit zu achten, kann und möchte ich mich nicht hinwegsetzen."

Dreimal gewählt

Dem Entlassungsantrag hat der Gemeinderat inzwischen zugestimmt. Eingeholt wurde dazu ein amtsärztliches Gutachten, das die gravierenden krankheitsbedingten Beeinträchtigungen bestätigte. Die Umstände seien auch auf kommunaler Ebene mit Belastungen und Schwierigkeiten verbunden gewesen: "Für die Bürger oder für die Vereine, Unternehmen und Organisationen ist es nicht leicht, so etwas in Kauf nehmen zu müssen." Umso mehr weiß Kick Zuspruch und Verständnis zu schätzen. Es sei mehr als nur ein Trost gewesen: "Viele Menschen halfen mir, den extremen Lebensabschnitt zu bewältigen."

Bei den Wahlen in den Jahren 2002, 2008 und 2014 gab es für das ehrenamtlich tätige Gemeindeoberhaupt beeindruckende Vertrauensbeweise, zweimal mit und einmal ohne Gegenkandidat (59,7, 83,9 und 58,2 Prozent). In dieser Zeit ist für Flossenbürg vieles erreicht, geplant und umgesetzt worden. Kick erinnert an große Maßnahmen in den Bereichen Wasser und Abwasser, an den Feuerschutz, den Weg des Granits, den deutlichen Abbau der Verschuldung oder das enge Einvernehmen mit der KZ-Gedenkstätte: "Besonders am Herzen lagen mir die Vorbereitungen für Maßnahmen der Städtebauförderung. Flossenbürg zählt zu den wenigen Orten, die trotz der abgeschlossenen Dorferneuerung in das Programm aufgenommen wurden. Es war ein schwieriger und langwieriger Prozess das zu erreichen und damit wichtige Weichen zu stellen."

Seit Dezember 2014 führt zweiter Bürgermeister Thomas Meiler (CSU) die Geschäfte im Rathaus. Straff ist der Zeitplan für die am 8. November geplante Neuwahl. Das trifft für den organisatorischen Ablauf in der Verwaltung ebenso zu, wie für die Nominierung von Kandidaten. Dafür bleibt nur bis 17. September Zeit.

Auswirkung auf Gremium

Sollte ein Mitglied des zwölfköpfigen Gemeinderates zum neuen Gemeindeoberhaupt gewählt werden, verändert sich die Besetzung des Gremiums. Es gibt keine Neuwahl, vielmehr gilt innerhalb der Fraktionen die Nachrücker-Regelung. Betreffen würde das entweder Christina Rosner (CSU) beziehungsweise Dr. Friedrich Brensing (Freie Wählergemeinschaft). Wobei die Freien Wähler bislang auf einen eigenen Kandidaten verzichteten. Etwas diffiziler stellt sich der Sachverhalt bei der SPD dar. Hier würde eigentlich Johann Kick in den Gemeinderat nachrücken. Er erklärte allerdings, dass er wegen der gesundheitlichen Probleme alle politischen Ämter abgeben wird. Das gelte auch für das Kreistagsmandat. Im Gemeinderat steht für die SPD-Fraktion Ernst Gruber an nächster Stelle.
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