Gedenken an Befreiung des KZ Flossenbürg vor 70 Jahren
Ex-Häftlinge aus 16 Ländern

Keine Rekonstruktionen, erkennen soll man die Anlage des KZ aber schon. So lautete eine wichtige Vorgabe für die Neugestaltung des ehemaligen Lagergeländes. Das Eingangstor ist ein Beispiel dafür, wie die diffizile Absicht umgesetzt wurde. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
22.04.2015
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Vor sieben Jahrzehnten beendeten amerikanische Soldaten den Wahnsinn im Konzentrationslager Flossenbürg, den 30 000 Menschen nicht überlebten. Daran wird in den nächsten Tagen erinnert.

An die Gedenkfeiern zum 70. Todestag von Dietrich Bonhoeffer schließt sich jetzt ein Wochenende an, bei dem die Erinnerung an die Befreiung des KZ im Mittelpunkt steht. Die Veranstaltungsreihe beginnt am Donnerstag, 23. April, um 17 Uhr mit einer Gedenkfeier in der Kapelle "Jesus im Kerker".

Erinnert wird an den 23. April 1945, einen regnerischen und kühlen Tag, der für die in Flossenbürg verbliebenen Häftlinge die Freiheit bedeutete. Um 18.30 Uhr schließt sich im Rathaus ein Empfang der Gemeinde für ehemalige Häftlinge und Angehörige an. Einen Tag später, um 18 Uhr, heißt der Förderverein für die KZ-Gedenkstätte die Gäste willkommen.

Der Samstag steht ganz im Zeichen von Gesprächen zwischen den Überlebenden des Naziterrors und Jugendlichen. Um 10.30 Uhr wird in der ehemaligen Häftlingsküche die Wechselausstellung "Flossenbürg 1995 bis 2015 - Die Wiederentdeckung eines europäischen Erinnerungsortes" eröffnet.

Ein dicht gedrängtes Programm steht am Sonntag, 26. April, bevor. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten Karl Freller und Gedenkstättenleiter Dr. Jörg Skriebeleit eröffnen um 13.30 Uhr das zum Bildungszentrum umgebaute ehemalige SS-Casino. Nach einem internen Probebetrieb wird die Einrichtung mit dem Museumscafé ab Pfingsten der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Weiter geht es um 14.30 Uhr am Appellplatz mit dem Gedenkakt zum 70. Befreiungstag. Mit dabei sind 40 ehemalige Häftlinge aus 16 Ländern. Sprechen werden Kultur-Staatsministerin Professorin Monika Grütters, Ministerpräsident Horst Seehofer, der tschechische Minister für Kultur Daniel Herman und als Vertreter der ehemaligen Häftlinge Dr. Jack Terry. Teilnehmer einer Internationalen Jugendbegegnung und junge Leute aus dem Ort legen am "Platz der Nationen" Kränze nieder. Das Bayerische Fernsehen überträgt die Veranstaltung live.
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