Gemeinde schrumpft

Die Abendsonne sorgt für eine fast schon idyllische Stimmung am evangelischen Friedhof. Eine 136 Jahre alte Steinfigur erinnert auf dem Gottesacker an ein Schulkind, das im Alter von neun Jahren verstarb. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
24.04.2015
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Es rührt sich was in der evangelischen Pfarrei. Beim Gemeindenachmittag wurde eine Vielzahl an Themen beleuchtet. Ein Höhepunkt ist in diesem Kirchenjahr am Samstag um 19.30 Uhr in der Pankratiuskirche das Bonhoeffer-Oratorium.

Pfarrer Herbert Sörgel kündigte die Veranstaltung als außergewöhnliches Erlebnis an. Das gelte für die künstlerische Darbietung ebenso, wie für inhaltliche Aussagen. Nicht zu vergessen auf das Konzert mit einem Jugendchor aus den Vereinigten Staaten. Die jungen Leute treten am 11. Mai um 19.30 Uhr im Gotteshaus auf. Sörgel lobte die Bürger für die Gastfreundschaft, die sie vor kurzem wieder einmal beim Besuch einer Jugendgruppe aus Israel unter Beweis gestellt hätten.

Immer weniger Taufen

Weniger Freude bereitete die Statistik. "Die Tendenz nach unten ist keine Besonderheit von Flossenbürg. Die abnehmende Zahl der Gemeindemitglieder betrifft fast alle Pfarreien östlich von Weiden." Innerhalb von zehn Jahren schrumpfte die Schar der Gläubigen von 484 auf 415. Weniger geworden sind insbesondere Kinder und Jugendliche. "Deutlich bemerkbar macht sich das beim Vergleich der Taufen mit den Beerdigungen. Der Gang auf den Friedhof steht doppelt so häufig an. Die Flinte ins Korn werfen wäre falsch. Ignorieren sollten wir die Zahlen aber nicht", sagte Sörgel.

Der Friedhof war auch ein Thema beim Bericht der Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes. Waltraud Riedel brachte die neue Satzung zur Sprache, an guten Geistern für Pflegearbeiten mangle es nicht und demnächst werde ein eigener Bereich für Urnengräber ausgewiesen. Groß war bei der Sprecherin und den Besuchern die Freude über eine erfolgreiche Aktion: "Dank der Unterstützung durch die Firma Goedeke und weiterer Helfer konnte eine Knabenfigur restauriert werden. Sie steht jetzt wieder am angestammten Platz neben dem Leichenhaus."

Guter Kompromiss

Die arg lädierte Sandsteinplastik, sie zeigt ein lesendes Schulkind, erinnert an die Geschichte des Gottesackers. Beim genauen Hinsehen lässt sich auf dem Sockel eine Inschrift entziffern: "Hier ruhet in Gott Wilhelm Erhard Strobel. Geboren 3. März 1870. Gestorben 22. März 1879."

Ein Kompliment galt den Konfirmanden. Sie stellten im vergangenen Jahr den Antrag, die Gottesdienstzeiten von 9 auf 10 Uhr zu verschieben: "Eine Mehrheit dafür gab es bei einer Abstimmung in der Gemeinde zwar nicht, dafür aber mit dem monatlich stattfindenden Familiengottesdienst einen guten Kompromiss", lobte Riedel.

Was im Seniorenkreis, dem Frauenbund und dem Jugendheimverein passierte und geplant ist, davon berichteten Christa Kraus, Monika Schreiber und Horst Waldmann. Unterhaltsame Töne schlug der Evangelische Posaunenchor unter Leitung von Erich Geyer an. Werner Meier blieb es vorbehalten, zum Abschluss für den Höhepunkt des Nachmittags zu sorgen. Mit der Kamera war er bei allen wichtigen Terminen in der Kirchengemeinde dabei und zeigte eine Auswahl der Bilder auf der Leinwand.
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