Harfe entführt nach Paraguay

Ein Abend der leisen Töne mit einem großen Künstler: Tom Daun unterbrach eine Konzerttournee für einen Auftritt in Flossenbürg. Verbunden war das mit dem Besuch seiner Schwester Larissa Sailer, des Schwagers Peter Sailer und deren Familie. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
09.12.2014
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Eineinhalb Stunden Harfenmusik, das funktioniert sehr gut. Noch dazu, wenn mit Tom Daun ein international renommierter Künstler vor das Publikum tritt.

Der ließ am Freitag das Konzert "In dulci jubilo" zum Gänsehauterlebnis werden. Ausgesperrt blieb der Alltag. Die Zuhörer wurden in die Welt der Sphärenklänge mitgenommen.

Skepsis löste sich schnell auf und wich der Freude über ein außergewöhnliches Erlebnis zur Adventszeit. Daun stellte in der katholischen Pankratiuskirche unter Beweis, dass 90 Minuten mit den leisen Tönen des Himmelsinstruments keineswegs ermüden müssen. Das hatte unterschiedliche Gründe und besonders mit der Qualität der Vorträge zu tun. Mit seiner Fingerfertigkeit und der Jahrzehnte zurückreichenden Erfahrung ließ der Harfenist aus Solingen keine Wünsche offen.

Überraschende Variationen

"Die Harfe ist ein dankbares Instrument. Über die Saiten streichen, und es klingt schön." Ganz so einfach, wie Daun schmunzelnd anmerkte, funktioniert das allerdings nicht. Hinzu kam die passende Auswahl der Lieder. Das reichte von "Maria durch ein Dornwald ging" über "Kommet ihr Hirten" bis hin zu "Es ist ein Ros' entsprungen". Vorgetragen wurde das alles in eigenen und überraschenden Variationen, die für viel Abwechslung sorgten. Der Künstler brachte unter anderem ein Medley irischer Lieder mit und entführte die Zuhörer nach Südamerika: "Zum Weihnachtsfest ist dort Hochsommer, und dann wird zu den Rhythmen auch getanzt."

Akustische Dampflok

Darauf verzichteten die Zuhörer, ansonsten wäre ihnen auch der Höhepunkt des Abends entgangen. Mit der Adventszeit hatte der nichts zu tun, vielmehr mit einer Eisenbahnfahrt durch Paraguay. Daun verwandelte die Harfe in eine akustische Dampflok und ließ tatsächlich den Eindruck entstehen, es gehe auf Schienen durch die Landschaft.

Ergänzt wurden die musikalischen Beiträge mit Gedichten, Erzählungen und einem Ausflug in die Entwicklungsgeschichte der Harfe. Pfarrer Georg Gierl fasste die Gefühle des Publikums in Worte: "Es war ein wunderschöner Abend, der viel zu schnell verging und der hoffentlich noch lange in uns nachklingt." Ganz ohne Wermutstropfen ging es am Freitag aber nicht ab: Ein paar mehr als die gekommenen 50 Zuhörer hätten in der Kirche durchaus Platz gehabt.
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