Hasen müssen draußen bleiben

Eine Arbeit ganz zum Schluss: Revierförster Oswald Hamann markierte mit Signalfarbe das neue Saatbeet. In der geschützten Fläche sollen schon bald Tausende junger Buchen heranwachsen. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
12.12.2014
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Ein "fliegendes Saatbeet" dient künftig als Nachschub-Ressource für kommende Baumgenerationen. In zwei bis drei Jahren wollen die Forstexperten dort junge Buchen ernten.

Wildschweine und Hasen müssen allerdings draußen bleiben. Dabei wäre für sie das neuangelegte Riesenbeet mit ausgebrachten 50 Kilogramm Bucheckern ein Schlaraffenland. 310 Meter Wildzaun sperren die Tiere von der 0,5 Hektar großen Fläche aus. Sie dient als Kinderstube für Buchen, die der Lage, dem Klima und der Umgebung genau angepasst sind.

Kosten sparen

Oswald Hamann vom Flossenbürger Forstbetrieb stellte das Projekt zwischen Hohenthan und Altglashütte vor. Hinter dem temporären Saatbeet, deswegen die Bezeichnung "fliegend", steckt der Gedanke, in zwei bis drei Jahren junge Buchen ernten zu können: "Es sind Pflanzen, die angepasst, gesund und widerstandsfähig sind. Dann stimmen später Holzqualität, Volumenzuwachs und Baumform."

Noch dazu können die Experten damit kurzfristig auf einen möglichen Bedarf reagieren, es fallen nur kurze Wege an und die Abhängigkeit vom Angebot der Baumschulen sinkt. Auch niedrigere Kosten spielen eine Rolle.

Bis zu 25 000 Buchen

Um all das zu nutzen, muss erst Arbeit investiert werden. Maschinen bearbeiteten, mulchten und lockerten den Boden. Der war stark vergrast, "schlechte Bedingungen für junge Bäume", merkte Hamann an. Eignes Personal säte anschließend die Bucheckern in Rillen aus.

Aus einem Kilogramm können sich bis zu 500 Pflanzen entwickeln, insgesamt also 25 000 Stück. Weitere Saatbeete gibt es inzwischen in Schönsee und in Waidhaus. Aus dem Waidhauser Revier stammen auch die Bucheckern. Sie werden in Altbeständen in gespannten Netzen gesammelt.

Allerdings darf nicht jede Buchecker verwendet werden. Erst muss das Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf sein Okay geben. Eng arbeiten die Forstmänner auch mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zusammen.
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