Haus mit europäischem Auftrag

Lokales
Flossenbürg
27.04.2015
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Ein ganzer Korb mit Scheren stand bereit, um das Band vor dem neuen Bildungszentrum durchzuschneiden. Das langgestreckte Gebäude auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte wurde offiziell seiner neuen Bestimmung übergeben.

Künftig finden in dem ehemaligen SS-Kasino, nach dem Krieg wurde es als Gaststätte genutzt, Seminare und Tagungen statt. Ein Geschoß darüber finden sich ein Saal und das Museums-Café. Ganz fertig ist noch nicht alles. Einige Kleinigkeiten fehlen, aber nach Pfingsten soll der derzeit laufende Probetrieb enden und der gastronomische Bereich wird öffentlich zugänglich sein.

Viele Ehrengäste

Neben Überlebenden des KZ-Terrors und Angehörigen fanden sich bei Gedenkstättenleiter Dr. Jörg Skriebeleit und seinem Team zahlreiche Vertreter politischer Gremien auf der Terrasse mit dem Blick hinunter auf das ehemalige Lagergelände und hinüber zur Burg ein. Dabei waren unter anderem Kulturstaatsministerin Professorin Monika Grütters, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten Karl Freller, der tschechische Kulturminister Daniel Hermann. Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth und Landrat Andreas Meier.

Zehn Millionen Euro

Übereinstimmend ließ sich den Redebeiträgen die Freude über das Gelingen eines richtungweisenden Projektes entnehmen. Dem Bildungszentrum komme eine europäische Bedeutung zu, beispielsweise bei der Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarn. Bund und Land steuerten zur Finanzierung des Vorhabens bei. Mehr als zehn Millionen Euro fielen für den sogenannten "2. Bauabschnitt" an. Er beinhaltet neben dem Kasino die Umgestaltung des Außenbereichs der KZ-Gedenkstätte.

Beeindruckt zeigten sich die Gäste beim Gang durch das Gebäude. Dabei kam es zum Treffen mit den künftigen Betreibern des Museums-Cafés vom Heilpädagogischen Zentrum Irchenrieth (HPZ). Behinderte Mitmenschen kümmern sich um das leibliche Wohl der Besucher. Diesem Aspekt räumten schon im Vorfeld alle Beteiligten einen hohen Stellenwert ein. An die Eröffnung des Gebäudes schloss sich aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Lagers ein Gedenkakt an. (Ausführlicher Bericht auf Seite 3) .
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