Jagdbogenschützen aus ganz Deutschland in Flossenbürg
Jagd auf den Plastikfuchs

Wer Lust hatte, durfte Pfeil und Bogen ausprobieren. Die Mitglieder der "Traditionellen Jagdbogenschützen Deutschland", die vier Tage in St. Ötzen zu Gast waren, freuten sich über jeden Interessenten. Bild: nm
Lokales
Flossenbürg
09.06.2015
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Von Donnerstag bis Sonntag verwandelte sich St. Ötzen in Robin-Hood-City. Aus ganz Deutschland kamen in der Zeltstadt 85 Mitglieder der "Traditionellen Jagdbogenschützen Deutschland" (TJBD) zusammen und ließen sich bei ihrem Sport .über die Schulter blicken.

Vier Tage Camping

Schon seit 2007 ist der Flossenbürger Ortsteil Veranstaltungsort des Treffens. Das Gelände, aber auch die Gastfreundschaft von Karl und Tanja Schwanitz entpuppten sich von Beginn an als Volltreffer. Nahe des Mittelpunkts Mitteleuropas gingen die TJBD-Mitglieder vier Tage ihrem außergewöhnlichen Hobby nach und freuten sich über das Wiedersehen mit Freunden. Meist lässt sich das nur ein Mal im Jahr verwirklichen, umso mehr genossen die Teilnehmer die Zeit.

Ganz unter sich blieben sie nicht. Immer wieder schauten Interessenten vorbei, die auch selbst Pfeil und Bogen in die Hand nehmen durften. Präsident Alois Hofherr fungierte auf dem Trainingsgelände als fachkundiger Ratgeber. Beim Gespräch mit ihm und den anderen Robin Hoods ließ sich zudem erfahren, dass sich der Freizeitbeschäftigung bei einem geringen Kostenbudget nachgehen lässt. Rund 200 Euro reichen für den Anfang durchaus. Wer intensiver einsteigen will, findet schnell Spaß daran, Bogen und Pfeile selbst zu basteln.

Technischer Schnickschnack oder gar Zieleinrichtungen sind verpönt. Ein bisschen Spannung muss allerdings schon sein. Nachdem die Jagd in Deutschland verboten ist, behelfe sich die Mitglieder mit realistisch anmutenden Kunststofftieren. Aufgestellt wurden die in den Wäldern rund um St. Ötzen. Spaziergängern oder Wanderern, die sich einem still und starr stehenden Reh, einem Wildschwein oder einem Fasan gegenüber sahen, wurde spätestens beim Auftauchen der Bogenschützen klar, was gespielt wird.

Angst musste vor den Pirschgängern niemand haben. Aspekte zum Thema Sicherheit stehen bei der Gemeinschaft ganz oben. Gewertet und gewichtet wurden die Schüsse aber durchaus. Da machte es einen Unterschied, ob der Pfeil waidgerecht traf, den Plastikfuchs nur an der Pfote kitzelte oder ihn gar ganz verfehlte. Um fachliche Belange, Praxistests und Erfahrungsaustausch ging es an Ständen. Das reichte vom Messen der Geschwindigkeit abgeschossener Pfeile über das Axt- und Messerwerfen oder den Bogen-Flohmarkt bis hin zum mehrteiligen Schmiede-Workshop.

Geschichten aus Namibia

Erlaubt ist die Bogenjagd unter anderem in Namibia. Davon berichtete in einem Vortrag Peter Rohn. Er war zur Niederwildjagd unterwegs und brachte Bilder und Geschichten mit. Dass die Traditionalisten ein geselliges Völkchen sind, zeigte sich jeden Abend am Lagerfeuer. Kochen können sie auch. Selbst verwöhnte Genißer waren von den Gerichten begeistert, die mit dem Dutch Oven - ein in Kohlen eingepackter Topf - zubereitet wurden.
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