Jagdgenossen verlängern Vertrag mit einheimischen Pächtern
"Wir brauchen keine Kasperl-Jäger"

Lokales
Flossenbürg
05.03.2015
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Die Spannung hielt sich in Grenzen. In der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft gab es ein eindeutiges Votum. Der Vertrag mit den Jagdpächtern verlängert sich um neun Jahre. "Wir brauchen keine Kasperl-Jäger", gab Franz Rosner vor der Abstimmung eine unmissverständliche Empfehlung.

Eine Nein-Stimme

Der Jagdvorsteher führte im "St. Ötzener Hof" gute Gründe für seine Bitte ins Feld. Mit Armin und Manfred Münchmeier sowie Ulrich Krapf lasse sich auf zuverlässige Männer bauen: "Sie nehmen ihre Aufgaben im Flossenbürger Revier ernst, kümmern sich vorbildlich um Wild und Wald." Mit der Aussage stieß Rosner auf offene Ohren bei den Jagdgenossen. Bei der Abstimmung bedeuteten 37 Ja-Stimmen die deutliche Mehrheit der dahinterstehenden Flächen. Willy Stahl, Harald Bäumler und Andreas Lurtsch wickelten die Doppelauswertung problemlos ab.

Als Vertreter der Bayerischen Staatsforsten bat Oswald Hamann um Verständnis für sein Nein: "Das richtet sich nicht gegen die Jagdpächter und Jäger. Der Forstbetrieb pflegt im Gegenteil ein gutes Einvernehmen. Wir können uns aber nicht über die Vorgabe hinwegsetzen, eine Kostenbeteiligung bei Wildschäden nicht hinzunehmen." Und einen solchen Modus sieht der für die Grenzgemeinde geltende Vertrag vor. Die Pächter müssen nur bis zu 1000 Euro einstehen. Wenn der durch das Wild verursachte Schaden höher ausfällt, springt die Jagdgenossenschaft ein.

Rosner ließ keine Ängste aufkommen: "Die Schäden halten sich in denkbar engen Grenzen. Wenn tatsächlich etwas anfällt, lässt sich das im guten Einvernehmen und mit Arbeitseinsätzen der Pächter regeln." Mit Unverständnis reagierte der Jagdvorsteher auf das nach wie vor bestehende Verbot von Nachtsichtgeräten. Auch wenn Flossenbürg von Wildschweinen weitgehend verschont bleibe, in vielen anderen Revieren würden die Schwarzkittel für Ärger und Kosten sorgen: "Technische Hilfsmittel könnten zumindest zum Teil helfen, die Abschussquoten deutlich anzuheben."

Aus Sicht der Pächter ließ Ulrich Krapf 2014 Revue passieren. Der Abschussplan ließ sich erfüllen. Erlegt wurden zehn Rehe, ein Rotwild, fünf Füchse, drei Enten und zwei Wildschweine. Ganz ohne Sorgenfalten ging die Pirsch nicht ab: "Wenn Quads, Motorräder oder geländegängige Autos durch den Wald toben, kann es kein Verständnis geben. Das Wild wird erschreckt und beunruhigt."
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