Kirchenbau in schweren Zeiten

Blaue Stunde und gelbes Licht: Eine faszinierende Kombination, in der sich das Gotteshaus präsentiert.
Lokales
Flossenbürg
29.12.2014
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Eine katholische Pfarrei gibt es in Flossenbürg erst seit 1959. Deutlich länger steht die Pankratiuskirche in der Ortsmitte des Ortes. 2015 werden es 100 Jahre. Zum Jubiläum kommt auch Bischof Rudolf Voderholzer in den Grenzort.

Dr. Werner Chrobak, Heimatpfleger in Regensburg und Leiter der Bischöflichen Zentralbibliothek in der Bezirkshauptstadt ist inzwischen im Ruhestand. Er beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Katholiken in seinem Heimatort.

Flosser Filiale

Über Jahrhunderte war Flossenbürg eine Filiale der Pfarrei des Nachbarorts Floß. Eine wichtige Rolle spielte eine Kapelle innerhalb der Burg. Nach Ansicht von Chrobak gab es einen solchen Raum schon im ältesten Teil der ehemaligen Hohenstaufenfeste, dem hoch aufragenden Wohnturm. Später entstand eine frei stehende Burgkapelle. Einer Urkunde aus dem Jahr 1514 lässt sich entnehmen, dass sie als Zeughaus auch zur Aufbewahrung von Waffen diente.

Auf einer von Christoph Vogel 1600 gefertigten Karte ist eine Dorfkirche zu erkennen, deren Geschichte aber weitgehend im Dunkeln bleibt. Evangelische und katholische Christen entschlossen sich, ein neues Gotteshaus zu errichten. Von 1716 bis 1718 dauerte die Bauzeit. Das Gebäude wurde als Simultaneum bis weit ins 20. Jahrhundert genutzt.

Am 13. Juni 1915 wurde der Grundstein für ein eigenes Gotteshaus der Katholiken gelegt. Eineinhalb Jahre dauerten die folgenden Arbeiten. Ganz ohne Probleme lief das Vorhaben nicht ab. Der Krieg und wirtschaftlich schwere Zeiten verlangten gewaltige Anstrengungen. Sparen war angesagt. Das ist heute noch zu erkennen. Der Bau hätte verputzt werden sollen. Dazu kam es nicht, die Granit-Mauersteine blieben sichtbar. Die ursprünglichen Planzeichnungen beinhalteten zudem einen Zwiebelturm. Eindeutig nachvollziehen lässt es sich zwar nicht, aber die Kosten machten ebenfalls einen Strich durch die Rechnung. Der Hut für den Turm fiel weitaus bescheidener aus. Auch die Polizei spielte eine Rolle. Sie stellte die Arbeiten im Februar 1914 wegen des noch nicht genehmigten Plans sogar vorübergehend ein.

Hoher Gast

Nicht Ärger sondern Freude ist im Jubiläumsjahr angesagt. Gefeiert wird der runde Geburtstag des Gotteshauses am 26. und 27. September. Für den 27. September hat sich ein hoher Gast angesagt. Pfarrer Georg Gierl teilte mit, dass Bischof Rudolf Voderholzer in die Grenzgemeinde kommt. Er zelebriert um 10 Uhr ein Pontifikalamt.
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